Frauenfeld-Brandis 1:3

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EHC Frauenfeld – EHC Brandis 1:3 (0:0, 1:0, 0:3)

Starkes Schlussdrittel von Brandis zum Sieg in Frauenfeld

Von Päscu Müller

Zwei Drittel lang brachte Brandis in der Offensive nicht viel zu Stande. Der 0:1-Rückstand liess aber alle Optionen offen. Mit einem starken Schlussdrittel wurde die Option Sieg genutzt. Dass dies überhaupt möglich war, ist einem starken Keeper Gasser zu zuschreiben. Ebenfalls Matchwinner ist Patrick Meyer, als Doppel-Torschütze.

Zwei Drittel lang standen die Zeichen eher weniger auf Sieg. Mit einem starken Lukas Gasser im Tor, der sein Team permanent im Spiel hielt und einem fulminanten Schlussdrittel, wurde der Sieg dennoch Tatsache. In den ersten beiden Dritteln, war es vor allem Lukas Gasser zu verdanken, dass die Partie offen blieb. „Die ersten beiden Drittel waren sicherlich intensiv, im Letzten war wir dann federführend“, analysierte Lukas Gasser kurz nach dem Spiel. „Wir haben das ganze Spiel über an uns geglaubt, dass wir das Spiel noch drehen, zeugt auch von Qualität, die in diesem Team steckt“, gibt Gasser die Lorbeeren an sein Team weiter. Wie der EHC Brandis in dieses Spiel zurück gefunden hat, zeugt in der Tat von Qualität und bestimmt auch von viel Moral, die in diesem Team steckt. Denn einfach haben es die Frauenfelder den Emmentalern nicht gemacht. Zwei Drittel lang war, wie erwähnt, vornehmlich der Brandis-Keeper im Brennpunkt des Geschehens. „Als Goalie bin ich dafür da, Scheiben zu blockieren, viel mehr muss ich nicht machen“, meinte Gasser lapidar. „Ich habe mein bestes probiert“. Dies ist Lukas Gasser auch hervorragend gelungen.
Den Sieg möglich gemacht, hat aber nicht nur Gasser. Es war auch Doppel-Torschütze Patrick Meyer und ein starkes, nie aufgebendes Kollektiv. Darauf lässt sich aufbauen und für die Partie am Samstag in Sion zuversichtlich blicken. Der Traum der Finalissima lebt weiter.

Flüssiges Startdrittel und starker Gasser

Die Emmentaler starteten druckvoll in diese wichtige Partie. In den Startminuten jedenfalls war offensiv praktisch nur der EHC Brandis zu sehen. Die gefährlichste Szene jedoch hatten die Frauenfelder. Nach einem Schnitzer in der Abwehr, stand aber Lukas Gasser sicher. Ab da entwickelte sich eine animierte Partie auf hohem Niveau, ohne das es richtig vor den Toren brannte. Und wenn, dann war Brandis-Keeper Gasser eher beschäftigt, als sein Kontrahent Styger bei Frauenfeld. Überhaupt übernahmen die Ostschweizer mit zunehmender Spieldauer vermehrt das Spiel in die Hände. Nach zehn Minuten Spielzeit, rettete Lukas Gasser wieder, diesmal gar mit einem Big-Save. Es war die zweite brandgefährliche Szene des Spiels. Etwas Luft wurde Brandis nach einer Strafe gegen Frauenfeld verschafft. Das Powerplay anfangs verlief flüssig, dann eher zäh. Vier Minuten vor der ersten Pause, wurde ein Emmentaler mit einer kleinen Strafe belegt. Doch auch die Ostschweizer reüssierten mit einem Mann mehr auf dem Eis nicht. Sekunden vor der Sirene, stand noch einmal Lukas Gasser im Mittelpunkt. Binnen Sekunden wehrte er dreimal, teilweise gar spektakulär ab. Mit diesem torlosen Startdrittel, mussten die Emmentaler unter dem Strich zufrieden sein. Es hätte durchaus der eine oder andere Treffer für Frauenfeld fallen können.

Brandis offensiv lange zu harmlos, dann mit Furioso

Auch im Mitteldrittel führte Frauenfeld eher die feinere Klinge. Die grösste Chance aber liessen sich die Emmentaler gutschreiben. Es war Yanick Kohler, der zweimal innert Kürze seinen Abschluss pariert sah. Auf der anderen Seite musste ebenfalls Gasser wieder vehement eingreifen. Offensiv war der EHC Brandis im zweiten Abschnitt jetzt deutlicher aktiver, als noch in Drittel eins. Die Partie entwickelte sich zu einem offenen Schlagabtausch. Bei der nächsten Strafe – gegen Brandis – fiel dann das erste Tor: Pargätzi schloss eine herrliche Kombination ab. Lukas Gasser war gegen diesen platzierten Schuss machtlos. Die Führung Frauenfelds war erstens längst fällig und zweitens auch verdient. Dieser Rückstand, aus Sicht des EHC Brandis, zwang die Emmentaler vermehrt, sich auch offensiven Aktion zu widmen. Es gelang vorerst nicht wirklich. Die Aktionen wirkten zu ungestüm, zu unpräzise. Kurz vor der Pause die wahrscheinlich beste Chance dieses Drittels für Brandis. Patric Buri aber bringt die Scheibe nicht mehr auf den mitlaufenden Adrian Steiner. Die ersten Minuten des Schlussdrittels, sah man Brandis endlich vermehrt in der Offensive. Keine Minute war gespielt, als beispielsweise Adrian Steiner knapp scheiterte. Der Ausgleichs-Treffer lag jetzt förmlich in der Luft. Er fiel aber auch nicht, als Adrian Steiner zu einem Penalty antreten durfte. Brandis zu diesem Zeitpunkt notabene in Unterzahl. Die nächste dicke Chance zum Ausgleich, vergab Patric Buri nach zehn gespielten Minuten im Schlussdrittel. Sieben Minuten vor dem Ende trifft endlich Patrick Meyer zum jetzt verdienten 1:1 Ausgleich. Nur zwei Minuten später doppelte Patrick Meyer gleich nach und die Emmentaler liegen, durch eine eklatante Leistungssteigerung, jetzt mit 2:1 in Front. Logisch, dass der EHC Frauenfeld danach mächtig aufs Gaspedal drückte. Trotz – oder vielleicht gar wegen – einer Strafe gegen David Malicek in der Schluss-Phase, spielte der EHC Brandis die Pucks unspektakulär aus der eigenen Zone, eine davon schnappte sich Michael Gurtner und schob zum wichtigen 3:1-Sieg ein. (pmu)

Telegramm: EHC Frauenfeld – EHC Brandis 1:3 (0:0, 1:0, 0:3)
Kunsteisbahn Frauenfeld, Frauenfeld TG. – 787 Zuschauer – Schiedsrichter: Jordi; Locorotondo / Francey

Torfolge:
29. Pargätzi (Schoop, Suter) 1:0 (PP), 53. Patrick Meyer 1:1, 55. Patrick Meyer (Holzer, Reinhard) 1:2, 59. Gurtner 1:3 (SH, EN).

Strafen:
Frauenfeld 2-mal 2 Minuten ; Brandis 3-mal 2 Min

Frauenfeld:
Styger; Suter, Thaler; Grolimund, Kurzbein; Rieser, Käser; Moser; Schoop, Pargätzi, Zeller; Schumann, Fehr, Geiser; Pieroni, Lattner, Senn; Cédéric Kunhn, Cyrill Kuhn, Haldenstein.

Brandis:
Gasser; Markus Schütz, Schaad; Mosimann, Malicek; Seematter, Oberli; Prinz, Reinhard; Liechti; Renato Schütz, Blaser, Marco Meyer; Steiner, Buri, Nägeli; Kohler, Holzer, Patrick Meyer; Gurtner, Inniger.

Bemerkungen:
Frauenfeld ohne Brauchli (rekonvaleszent)
Brandis ohne Dähler (rekonvaleszent), Hain