Brandis-Frauenfeld 5:8

Brandis Frauenfeld

EHC Brandis – EHC Frauenfeld 5:8 (1:2, 0:3, 4:3)  

Lange Gesichter beim EHC Brandis

Von Päscu Müller

Trotz einem Auftakt nach Mass mit dem 1:0 nach nur zwölf Sekunden, tauchte der EHC Brandis bis zum Schluss noch deutlich. Ab dem 1:3 im Mitteldrittel, hat nichts mehr zusammen gepasst. Dabei hätte das Spiel durchaus einen anderen Verlauf nehmen können. Aber eben nur hätte. Es ist ein kleiner Schatten, einer tollen Saison, mehr nicht.

Bei aller Tristesse, die jetzt herrscht, darf nicht vergessen werden, dass der EHC Brandis eine hervorragende Saison gespielt hat. Erst auf dem letzten Meter hat es eben nicht gereicht. Es wäre gar ungerecht, die Leistung der ganzen Saison nur an einem - eben diesem Spiel zu messen. Trotz der sehr frühen Führung durch Patrick Meyer nach nur zwölf Sekunden, nahm das Spiel einen ganz anderen, als den gewünschten Verlauf. Hätte Brandis beispielsweise die zwei doppelten Powerplays im ersten Drittel genutzt. Fakt ist, dem war nicht so. Anders die Frauenfelder, sie nutzten beinahe jeden Fehler der Emmentaler gnadenlos aus. Ebenfalls die Aufholjagd des EHC Brandis ist erwähnenswert. Die Hypothek, die im Mitteldrittel aufgelegt wurde, wog aber zu schwer und kam zu spät.
Der Sieg der Ostschweizer geht völlig in Ordnung. Dem EHC Brandis ist es nicht gelungen, gleichwertiges an diesem Abend abzurufen. Frauenfeld war schlicht und ergreifend heute einfach besser. Auch wenn vielleicht vieles in diesem Spiel schlecht ausgesehen haben mag, wer Zentral Schweizermeister wird, muss gut sein. Anders ist das nicht erklärbar.

Fünf Powerplays blieben ungenutzt

Unglaublicher Auftakt in diese so wichtige Partie. Bereits nach zwölf Sekunden versenkte Patrick Meyer den ersten Schuss zum 1:0 im Netz. Dass dabei die Partie einen völlig anderen Verlauf nehmen würde, konnte sich keiner der Anwesenden nur im Kleinsten vorstellen. Denn kurze Zeit später war das Spiel wieder ausgeglichen. Verteidiger Grolimund nutzte eine Unaufmerksamkeit in der Emmentaler Defensive gnadenlos aus. Gespielt waren keine drei Minuten. Eine Zeigerumdrehung später, sah sich Brandis bereits zum ersten Mal in Unterzahl. Das Spiel war definitiv lanciert. Wobei der EHC Frauenfeld offensiv die etwas feinere Klinge führte. Diese führte auch zum nächsten Tor. Es war Fehr, der die Ostschweizer mit in 2:1 Front brachte. Es sollte nicht sein letztes Tor gewesen sein. Knapp vor Drittelsmitte, hätte der EHC Brandis in doppelter Überzahl am Resultat etwas ändern können. Obwohl das Powerplay rasch installiert war, fehlte die etwas zündende Idee, dazu blockten die Frauenfelder hervorragend. Kaum war ein vierter Frauenfelder wieder auf dem Eis, flog der nächste raus. Doch auch da klappte es mit dem Torschiessen nicht wirklich. Die beste Chance verzog Sven Nägeli scharf, aber knapp neben das Gehäuse. Ebenfalls die nächste Strafe – es war die vierte gegen Frauenfeld – konnten die Emmentaler nicht mit einem Tor krönen. Aus fünf kleinen Strafen, davon zweimal gar in doppelter Überzahl, wusste Brandis kein Kapital zu schlagen.

Fatales Mitteldrittel

Es sollte ein fataler und entscheidender Spielabschnitt folgen.Zu Beginn dieses Mitteldrittels, bemühte sich der EHC Brandis das Spiel in die Hände zu nehmen. Es blieb vorerst bei den Bemühungen. Entweder blockte die Defensive der Ostschweizer oder die Aktionen waren etwas gar umständlich. Frauenfeld trat eigentlich nur noch mit Kontern in Erscheinung. Die wurden in der Regel auch sauber unterbunden, bis – ja bis ein kapitaler Fehlpass, unbedrängt aus der eigenen Zone, dem EHCF den dritten Treffer ermöglichte. Dieses Geschenk, auf dem Silbertablett serviert, liess sich Schumann nicht nehmen. Danach passte beim EHC Brandis minutenlang nicht wirklich etwas zusammen. Dazu passt ebenfalls die nächste Strafe gegen Brandis und daraus resultierende nächste Tor für die Ostschweizer. Erneut traf Fehr nach einem Chaos im Slot des EHC Brandis zum 1:4. Da bei diesem Tor eine weitere Strafe gegen die Emmentaler angezeigt war, spielte Frauenfeld abermals mit einem Mann mehr. Da dazu ein zweiter Emmentaler raus musste, ergab sich zudem eine doppelte Unterzahl aus Sicht der Emmentaler. Duplizität der Ereignisse, was die Torschützen anbetrifft: Fehr von Geiser angespielt trifft zum 1:5.Anders als der EHC Brandis im ersten Drittel, wussten die Ostschweizer ihre Powerplays in Tore um zu münzen. Das Spiel war somit bereits nach zwei Dritteln so gut wie entschieden. Es passte, dass der nächste Torschütze zum 1:6 beim EHCF zum vierten Mal Nino Fehr hiess. Die nächsten zwei Treffer bringen wieder etwas Spannung ins bereits entschiedene Spiel. Erst trifft Renato Schütz endlich im Powerplay, dann Adrian Steiner mit einem Solo über links zum 3:6. Dies alles zehn Minuten vor Schluss. Es sollten nicht die letzten Tore gewesen sein. Knapp fünf Minuten später, steht die Resultat-Tafel bei 5:7, zum Schluss bei 5:8. Das Aufbäumen des EHC Brandis kam schlicht zu spät, die Partie ging im Mitteldrittel verloren.
Mit diesem Sieg erkämpfte sich der EHC Frauenfeld verdientermassen das Spiel um den Amateur-Meistertitel zu Hause gegen den HC Sion-Nendaz vom kommenden Samstag. Beim EHC Brandis bleiben – nach einer tollen Saison – vorerst hängende Köpfe zurück.
(pmu)

Telegramm: EHC Brandis – EHC Frauenfeld 5:8 (1:2, 0:3, 4:3)
Sportbetriebe Brünnli, Hasle BE. – 814 Zuschauer – Schiedsrichter: Fabre; Burgy / Catillaz

Torfolge:
1. P. Meyer (Kohler) 1:0, 3. Grolimund 1:1, 8. Fehr (Geiser) 1:2, 26. Schumann 1:3, 34. Fehr, (Geiser) 1:4 (PP), 35. Fehr (Geiser, Rieser) 1:5 (2PP), 46. Fehr 1:6 (PP), 47. R. Schütz 2:6 (PP), 50. Steiner 3:6, 51. Geiser (Schoop) 3:7, 52. Nägeli (Seematter) 4:7, 54. M.Schütz (Nägeli) 5:7, 59. Geiser 5:8 (EN)

Strafen:
Brandis 9-mal 2 Min;   Frauenfeld 9-mal 2 Minuten

Brandis:
Kaufmann (34. Gasser); Markus Schütz, Malicek; Mosimann, Schaad; Seematter, Oberli; Reinhard, Liechti; Steiner, Renato Schütz, Blaser; Nägeli, Buri, Marco Meyer; Kohler, Holzer, Patrick Meyer; Gurtner, Hain, Inniger.

Frauenfeld:
Styger; Suter, Thaler; Grolimund, Kurzbein; Rieser, Moser; Jörg; Pieroni, Pargätzi, Cédéric Kuhn; Schumann, Fehr, Geiser; Schoop, Lattner, Zeller; Haldenstein, Cyrill Kuhn, Senn.

Bemerkungen:
Brandis ohne Dähler (rekonvaleszent), Prinz (gesperrt)
Frauenfeld ohne Brauchli (rekonvaleszent)