Brandis - Thun 2:1

Brandis Thun

EHC Brandis – EHC Thun 2:1 (1:0, 1:0, 0:1)

Hart umkämpftes Derby geht an Brandis

Von Päscu Müller

Nach einem kurzen Abtasten, wurde die Partie nach Joel Scheideggers 1:0 im Powerplay richtig lanciert. Vor allem im Mitteldrittel wurde kaum bei Vollbestand gespielt. Erstaunlich, dass da nicht mehr Tore fielen. Dies spricht sicherlich für beide Torhüter und die Abwehr. Dass Thun der Ausgleichs-Treffer nicht mehr gelingen wollte, haben sie sich auch etwas selbst zu zuschreiben.

Die Abtast-Phase in diesem kantonalen Derby war nur von kurzer Dauer. Ab der 6. Minuten war dieses Spiel durch Joel Scheideggers Knaller ab der blauen Linie lanciert. Vor allem im Mitteldrittel wurde kaum bei Vollbestand gespielt. Irgend ein Oberländer oder Emmentaler sass sicher in der Kühlbox. Es spricht aber für die defensive Stabilität beider Teams und die Torhüter, dass nicht mehr Tore fielen. Die Schiedsrichter pfiffen insgesamt 58 Strafminuten. Im Powerplay fielen aber nur zwei Tor, je eines auf beiden Seiten. Für Brandis traf im Powerplay ab der blauen Linie, wie erwähnt Joel Scheidegger. Er war damit bereits in der Vorbereitung erfolgreich. „Ich versuche fast jede Gelegenheit für einen Schuss zu nutzen, beim 1:0 war das der gefühlte fünfte Schuss“, beschrieb er seinen Treffer. „Ich versuche jede Scheibe aufs Tor zu bringen, ab und zu, fällt die dann rein“, erklärt Scheidegger weiter. Zu den eher vielen Strafen äusserte sich Joel Scheidegger folgendermassen: „Dadurch kam kaum Spielfluss auf, das hat das ganze Spiel schwierig gemacht.“ Dass Brandis zwar am Schluss das bessere Ende für sich behielt, erklärte Scheidegger kurz und bündig: „Es war von unserer Seite sicherlich nicht das beste Spiel, da müssen wir uns an der eigenen Nase nehmen“. „Wir suchten zwar die Entscheidung, das 3:0, leider fiel das nicht, im Gegenteil, wir erhalten den Gegentreffer. Trotzdem: Dies ist ein Arbeitssieg, wir liessen dem Gegner kaum mehr Chancen zu“. Es war wie zu erwarten einmal mehr ein hartes Stück Arbeit, in diesem von kleinen und vielen Strafen geprägten Spiel. Die wenigen Treffer sprechen in erster Linie für beide Torhüter und die defensive Arbeit, indem nach sechzig Minuten der EHC Brandis das bessere Ende, sprich die drei Punkte, für sich behält.

Der Schütze ab der blauen Linie Joel Scheidegger

Genau siebzig Sekunden dauerte es, bis in diesem Spiel der erste Schuss abgefeuert wurde. Ab der blauen Linie, war es Joel Scheidegger, der Thuns Goalie Sauter prüfte. Kurz darauf war es Remo Schlapbach, der im Fallen einen Schuss anzusetzen versuchte. Bei Thun dauerte dies etwas länger, auch weil sie sich kurz hintereinander in Unterzahl wehren mussten. Bei der zweiten Strafe, nutze Brandis diese Gelegenheit zum 1:0 aus. Diesmal traf Joel Scheidegger. Sein satter Schuss passte exakt ins linke hohe Eck. Erst bei der ersten Brandis-Strafe traten die Oberländer offensiv etwas mehr in Aktion. Und wie: Es brannte kurz vor und nach Ablauf der Strafe, teilweise lichterloh vor Sven Witschi, der über das gesamte Spiel eine tadellose Leistung zeigte. Mit vereinten Kräften hielten sich die Emmentaler aber schadlos. Jetzt waren es die Thuner, die vermehrt die Zone des EHC Brandis belagerten. Nach diesen guten Thuner Ansätzen, wurde das Spiel etwas ruppiger. Zuerst wurde Blaser – ohne Sanktion – gefoult, dann wanderte Pascal Rossel nach einem Check gegen Lukas Mosimanns Kopf, für zwei plus zehn Minuten in die Kühlbox. Die beste Chance in dieser Phase, aber hatte Manuel Neff, er konnte alleine auf Sven Witschi losziehen, wurde aber vom Brandis-Keeper gestoppt. Witschi blieb weiter beschäftigt. Nicht nur der Emmentaler Goalie blieb beschäftigt, ebenfalls die Schiedsrichter hatten einiges zu regeln. Die Strafbank blieb kaum unbesetzt. Alleine im diesem ersten Drittel wurden acht kleine und eine zehnminütige Strafe ausgesprochen. Es sollten nicht die letzten ausgesprochenen Strafen sein. Neunzig Sekunden vor der Sirene, traf noch Michael Gurtner – in Unterzahl – bei einem Konter nur den Pfosten.

Kaum länger Vollbestand auf dem Eis

Gleich zu Beginn des Mitteldrittels hatten Janick Holzer und Renato Schütz erstklassige Chancen auf dem Stock. Janick Holzer liess dies nicht auf sich beruhen und versteckte seine nächste Chancen eiskalt zum 2:0 im Netz. Dies mit den Strafen setzte sich fort. Traf Holzer noch bei fünf gegen fünf, sah sich danach Brandis zweimal in Unterzahl gegenüber. Die Emmentaler liessen aber ein weiteres Mal keinen Gegentreffer zu. Kurz darauf, dieselbe Spielsituation, mit umgekehrten Vorzeichen: Brandis spielte in Überzahl, mehr als eine Minute sogar in Doppelter. Doch auch Thun hielt seinen Kasten rein. Im mittleren Abschnitt, wurde kaum über eine längere Zeit mit Fünf gegen Fünf gespielt. Erstaunlich, dass da nicht mehr Tore fielen. Denn nur Joel Scheideggers 1:0, war bisher ein Tor im Powerplay.
Selbstredend, dass dieses Spiel zu Beginn des Schlussabschnitts mit dem 2:0 für den EHC Brandis noch nicht entscheiden war. Der kleinste Fehler konnte jetzt das Spiel entweder entscheiden oder neu lancieren. Die Möglichkeit den Sack zu zumachen, hatte Brandis nach drei Minuten. Yves Lorenz wurde für ein Vergehen mit zwei Minuten bestraft, Manuel Neff gar mit vier Minuten. Dies bedeutete für die Emmentaler zwei Minuten doppelte Überzahl, bis auch Manuel Schaad die Kühlbox aufsuchen musste. Wie schon oft zuvor, fiel aber kein Treffer im Powerplay. Auch Thun nutzte die nächste Gelegenheit in Überzahl nicht. Erst die elfte Strafe gegen Brandis konnte Thun zum 2:1 Anschlusstreffer nutzen. Fabian Boss traf hart und völlig unhaltbar ins Tor.
Trotz weiteren Gelegenheiten – vor allem der Emmentaler in Überzahl in den letzten Minuten – blieb es beim 2:1 für den EHC Brandis.

(pmu)

Telegramm: EHC Brandis – EHC Thun 2:1 (1:0, 1:0, 0:1)
Sportbetriebe Brünnli, Hasle BE. – 287 Zuschauer – Schiedsrichter: Jung; Schlegel / Baumgartner
Torfolge: 6. Scheidegger (Blaser) 1:0 (PP) 22. Holzer (Steiner) 2:0, 54. Boss (R.Lüthi) 2:1 (PP)
Strafen: Brandis 11-mal 2 Min ; Thun 13-mal 2 Minuten , 1-mal 10 Minuten (Rossel)
Brandis: Witschi; Scheidegger, M.Gasser; Schaad, Liechti; Mosimann, Tschanz; Oberli;
Nägeli, F.Lüthi, Messerli; R.Schütz, Holzer, P.Meyer; Steiner, Blaser, M.Meyer; Gurtner, Hain, Schlapbach.
Thun: Sauter; M.Keller, Studerus; Bigler, S.Keller; Weber, Kaufmann; Lorenz, Rossel, Boss; Neff, Stettler, R.Lüthi; Gugelmann, Bracher, Kohler.
Bemerkungen:
Brandis ohne Buri (Oberkörper-Verletzung), M.Schütz, Seematter (rekonvaleszent)
Thun ohne Remondin, Steiner