Chur - Brandis 5:4 n.P.

GasserSchaad 600

EHC Chur Capricorn – EHC Brandis 5:4 (2:0, 2:3, 0:1, 1:0) n.P.

Glücklicher Punkt in Chur

Von Päscu Müller

Nach den ersten zwanzig Minuten, hätte wohl kaum jemand auf einen Punkt in Chur gewettet. Der Steigerungslauf des EHC Brandis machte dies aber möglich. Der Ausgleich zum 4:4 durch Patrick Meyer fiel erst zwei Minuten vor der Sirene. Den Punkt immer festgehalten hat Brandis Keeper Lukas Gasser.

Patrick Meyer war es auch, der als Einziger im abschliessenden Penalty-Schiessen für die Emmentaler traf. Dass es überhaupt dazu kam, ist auch Lukas Gasser zu verdanken. Er hat einen möglichen Punktgewinn mit teils spektakulären Paraden festgehalten. Dennoch war er nicht wirklich zufrieden: „Wir haben in den letzten zwei, drei Spielen von Arbeitssieg gesprochen, heute hat das dafür nicht gereicht, daraus müssen wir die Lehren ziehen“. Nicht zufrieden war Gasser vor allem mit der Kadenz: „Jetzt hat es eben einmal nicht gereicht, wenn wir nicht Vollgas gehen, das ist in dieser Liga so, weil die eben so ausgeglichen ist. Damit musst du rechnen, wenn du nur 80-90% Bereitschaft zeigst“, analysiert er das Spiel. Der EHC Brandis war heute in der Tat vor allem im ersten Drittel nicht im Stande die volle Leistung abzurufen. Dass aber das Team am Schluss mit einem Punkt nach Hause fährt, hätten wohl die kühnsten Optimisten nicht für möglich gehalten. Deshalb darf von einem glücklichen Punkt gesprochen werden. Den Steigerungslauf, den die Emmentaler aber in diesem Spiel zeigten, zeugt auch von der Substanz, die in diesem Team steckt.

Erst passte nicht viel zusammen.....

Gerade einmal 27 Sekunden war das Spiel alt, als sich Lukas Gasser zum ersten Mal bewähren musste. Eine knappe Zeigerumdrehung später, prüfte Thomas Liechti den Churer Goalie Sarkis. Mit diesen beiden Aktionen, war das Spiel lanciert. Der Brandis-Keeper stand aber fortan mehr im Brennpunkt des Geschehens, als sein Gegenüber Sarkis. Nach knapp drei Minuten, verstärkte sich dieser Eindruck, den Brandis spielte erstmals in Unterzahl, die aber schadlos überstanden wurde. Bei der ersten Churer Strafe, dann das dicke Ei: Zwei Churer stürmen alleine Richtug Gasser los, Liga-Topscorer Alban Rexha liess sich nicht zweimal bitten und traf zum 1:0 für die Bündner. Bei einem nächsten Churer Konter, reagierte Lukas Gasser glänzend. In der 13. Minuten war er aber erneut machtlos. Chur trifft durch Ehinger zum 2:0. Headcoach Andreas Beutler, sah sich darauf veranlasst, sein Team mit einem Time-Out wieder in die richtige Bahn zu lenken. Offensive wurden die Emmentaler im ersten Drittel kaum gefährlich. Es ist Lukas Gasser zu verdanken, dass das Spiel nur mit zwei Gegentreffer in die Pause ging. Die einzig wirklich gefährliche Aktion kreierte Joel Scheidegger, knapp drei Minuten vor der Sirene, im Powerplay.

.....dann Spannung bis ins Penalty-Schiessen

Das Mitteldrittel begann mit einer doppelten Überzahl für Brandis, ausgehend von einer Aktion bei der Sirene zur Pause. So verheissungsvoll wie dies tönt, so luktrativ war es resultatmässig nicht. Die fünf Protagonisten waren zwar gefällig aufgestellt, aber gefährliche Torabschlüsse sehen anders aus. Trotzdem schienen die Emmentaler etwas besser in der Spur zu sein. Dies wiederum wirkte sich jetzt resultatmässig aus. Patrick Meyer brachte mit seinem 1:2-Anschlusstor den EHC Brandis wieder zurück ins Spiel. Danach beanspruchte Brandis auch etwas das Glück – beispielsweise ein Churer Pfostenschuss – um in diesem Spiel zu bleiben. Dieses Glück hatte dann sicherlich auch Manuel Schaad, sein Schuss exakt bei Spielmitte, landete zur Freude der Emmentaler zum 2:2 im Tor.Roman Messerli hat diesen Schaad-Schuss noch abgelenkt. Sarkis machte da nicht die beste Figur. Chur bügelte dies aber aus. Etwas mehr als eine Minute später liegen die Bündner nach Alban Rexhas zweitem Treffer, wieder mit einem Tor mehr in Front. Gegen Ende des zweiten Drittels, trat Brandis offensiv vermehrt in Aktion. Etwas was im ersten Abschnitt kaum zu sehen war. Die Tore aber schossen die Churer. Siebers 4:2 wurde aber von Joel Scheidegger postwendend mit dem 4:3 beantwortet.
Zu Beginn des Schlussdrittels überstand Brandis ein Boxplay, die Spannung blieb also erhalten. Es war gar Adrian Steiner, der seinen Schuss in dieser Unterzahl, knapp am Churer Tor vorbeirauschen sah. Selbst die nächsten Strafen – davon 22 Sekunden in doppelter Unterzahl – überstanden die Emmentaler. Gasser hielt dabei die Möglichkeit auf Punkte, mit diversen Paraden, stets aufrecht. Doch auch der EHC Brandis reüssierte, trotz Chancen, in Überzahl nicht. Zwei Minuten vor dem vermeintlichen Schluss – frei nach dem Motto gib der Scheibe eine Chance – trifft Patrick Meyer zum 4:4 Ausgleich. Die letzten zwei Minuten waren an Spannung kaum zu überbieten, prickelnde Torszenen auf beiden Seiten. Die Entscheidung fiel nicht in der Verlängerung, Brandis dabei zwar zwei Minuten in Überzahl, doch ohne den Game-Winner erzielen zu können. Im Penalty-Schiessen behielt Chur das bessere Ende für sich.

(pmu)

Telegramm: EHC Chur – EHC Brandis 5:4 (2:0, 2:3, 0:1, 1:0) n.P
KEB obere Au, Chur GR. – 586 Zuschauer – Schiedsrichter: Ganinazzi; Iseli / Remund
Torfolge: 7. Rexha (Bucher) 1:0 (SH), 13. Ehinger (John, Rexha) 2:0, 26. P.Meyer (Holzer, Tschanz) 1:2, 30. Messerli (Schaad) 2:2, 31. Rexha (Sieber, Pozzorino) 3:2, 39. Sieber (Pozzorino, Rexha) 4:2, 40. Scheidegger (R.Schütz) 4:3, 58. P.Meyer (Steiner) 4:4
Strafen: Chur 9-mal 2 Minuten ; Brandis 6-mal 2 Minuten , 1-mal 10 Minuten (Lüthi)
Chur: Sarkis; Engler, Morandi; John, Urech; Fischer, Arpagaus; Schaub; Pozzorino, Rexha, Sieber; Anderegg, Horber, Bucher; Pfennich, Bigliel, Infanger; Ehinger, Bossi, Lampert.
Brandis: L.Gasser; Scheidegger, M.Gasser; Schaad, Liechti; Mosimann, Tschanz; Oberli; Nägeli, Lüthi, Messerli; R.Schütz, Holzer, P.Meyer; Steiner, Blaser, M.Meyer; Gurtner, Hain, Schlapbach.
Bemerkungen:
Chur ohne (keine Angaben)
Brandis ohne Buri (Oberkörper-Verletzung), M.Schütz, Seematter (rekonvaleszent)