Brandis - Star Forward 0:3

Blaser1 600

EHC Brandis – Star Forward 0:3 (0:1, 0:1, 0:1)  

Brandis ohne Torerfolg

Von Päscu Müller

Trotz einem deutlichen Chancenplus, blieb der EHC Brandis an diesem Abend ohne Torerfolg. Mehr Chancen kann sich ein Team kaum herausspielen. Rollte der Puck in den ersten Saison-Spielen eher für die Emmentaler, war dies heute nicht der Fall. Der Gegner hat aber auch bis zum Umfallen gekämpft.

Es gibt Spiele, da kann ein Team stundenlang spielen, ohne ein Tor zu erzielen. Der EHC Brandis zog heute genau ein solches Spiel ein. Dabei haben die Emmentaler nicht etwa schlecht gespielt, im Gegenteil, sie waren vor allem bei fünf gegen fünf Spieler auf dem Eis, dominant. Deshalb muss der Frust nach dieser Niederlage gross sein, wie auch Stürmer Marco Blaser erklärte: «Stimmt, das ist sehr frustrierend, wir haben eine Reaktion auf die glücklichen Punktgewinne gegen Thun und in Chur gezeigt, aber wenn die Scheibe nicht reinfallen will, fällt sie nicht rein». Es waren in der Tat nicht die wenigen Chancen, die zu keinem Tor geführt haben. Brandis hatte etliche Tormöglichkeiten – gefühlt waren das tausend Schüsse – die sie aber zum Leidwesen fast aller nicht versenken konnten. «Es sind solche Spiele, da kannst du nochmals 60 Minuten spielen ohne ein Tor zu erzielen», meinte Blaser konsterniert. Sind die Pucks in den vorherigen Spielen vielleicht eher für die Emmentaler gefahren, war das heute nicht der Fall. Ein grosser Vorwurf ist dem Team nicht zu machen. Anzufügen gibt es, dass der Gegner aus der Romandie auch bis zum Umfallen gekämpft und Brandis die zwei Tore zur Vorentscheidung, im Boxplay erhalten hat. Der dritte Treffer – ins leere Tor – hat nur statistischen Wert.

Mehr Chancen, doch den Treffer erzielte der Gast
Ab der ersten Minute, nahm der EHC Brandis das Zepter in die Hand, ohne dass es dabei zu gefährlichen Torszenen kam. Doch bei der ersten offensiven Aktion der Gäste aus dem Waadtland, sahen sich die Emmentaler bereits zum ersten Mal in Unterzahl. Sämtliche Schüsse in diesem Brandis-Boxplay wurden aber geblockt. Richtig gefährlich, wurde es in der siebten Minute: Sandro Hain gräbt hinter dem Tor die Scheibe aus, passt in den Slot zu Patrick Meyer, der knapp an Fragnoli scheiterte. Kurz darauf durften die Emmentaler, die erste Überzahl fahren. Das mit dem Festsetzen im offensiven Drittel, wollte aber nicht wirklich gelingen. Die nächste Torchance kreierte Verteidiger Joel Scheidegger. Er sah aber seinen Schuss vom Beinschoner des Keepers zurückprallen. Auf der anderen Seite hatte Lukas Gasser den ersten Schuss erst in der zwölften Minute zu halten. Sekunden später musste er aber sein Bein arg ausfahren, um die Chance von Star Forward zunichte zu machen. Bei der nächsten Brandis-Strafe, war dann aber Gasser bezwungen. Gegen den satten Schuss aus dem Hinterhalt von Tony Matewa, hatte er kaum eine Chance. In den letzten zwei Minuten des ersten Drittels, liess sich Brandis noch zwei Schüsse notieren. Einen wiederum von Joel Scheidegger, der Andere von Adrian Steiner. Zu mehr offensiven Aktionen reichte es in diesem Drittel nicht. Etwas zu kompliziert schienen die Angriffe zu sein. Wenn diese nicht der Fall war, mangelte es an der Passgenauigkeit. Steigerungspotenzial für den weiteren Verlauf des Spiels, war also durchaus vorhanden. Brandis hatte zwar mehr vom Spiel und mehr Torchancen, den Treffer aber erzielten die Waadtländer.
 
Gefühlte tausend Schüsse bleiben ohne Torerfolg
Zu Beginn des Mitteldrittels in etwa dasselbe Bild. Der erste Angriff zwar weniger kompliziert, er endete aber mit einem Fehlpass. Optisch trat der EHC Brandis fortan aber etwas konsequenter auf. Die Torszenen vor Fragnoli häuften sich. Die Chance das Score auszugleichen, hatte Brandis auch in einem weiteren Powerplay. Diese Chance wurde verpasst. Wieder bei fünf gegen fünf Feldspieler, wurde plötzlich aus allen möglich und unmöglichen Lagen geschossen. Fragnoli wurde regelrecht mit Schüssen eingedeckt, ohne dass ein Tor für Brandis fiel. Eine Topchance dann im nächsten Powerplay. Den harten Schuss von Scheidegger, konnte aber Sandro Hain nicht im Netz verstecken. Mittlerweile waren sämtliche Brandis Spieler an irgendeiner offensiven Aktion beteiligt. Die Chancen – auch Topchancen – waren an zwei Händen nicht mehr abzuzählen. Dieses Angriffs-Furioso wurde erst durch eine Strafe gestoppt. In dieser fiel dann prompt der zweite Treffer für Star Forward durch Kapitän David Delessert.
Gleiches Bild im letzten Drittel, Brandis tonangebend, deckt Fragnoli mit Schüssen ein oder zielte meist übers Tor. Unter dem Strich ein deutliches Chancenplus, die Hartgummischeibe aber wollte einfach nicht ins Netz. Star Forward verteidigte sich mit Allem, was sie zu bieten hatten. Im Angriff waren die Romands nur bei gelegentlichen Kontern oder im Powerplay. Für den EHC Brandis rann die Zeit unerbittlich ab. Bereits mehr als zwei Minuten vor dem Ende der Partie, setzte Coach Andreas Beutler alles auf eine Karte und ersetzte Lukas Gasser durch einen sechsten Feldspieler. Positiv ausgewirkt hat sich diese Massnahme leider nicht. Im Gegenteil: David Delessert erzielte für seine Farben das dritte und definitiv entscheidende Tor.
(pmu)
Telegramm: EHC Brandis – Star Forward 0:3 (0:1, 0:1, 0:1)

Sportbetriebe Brünnli, Hasle BE. – 156 Zuschauer – Schiedsrichter: Hungerbühler; Iseli / Meyer

Torfolge: 13. Matewa (Millet) 0:1 (PP), 39. Delessert (Lahache) 0:2 (PP), 58. Delessert (Meyra) 0 :3 (ins leere Tor).
Strafen: Brandis 4-mal 2 Min   ;    Star Forward 3-mal 2 Minuten
Brandis: L.Gasser; Scheidegger, M.Gasser; Schaad, Liechti; Mosimann, Tschanz; Oberli; Nägeli, Lüthi, Messerli; Hain, Holzer, P.Meyer; Steiner, Blaser, M.Meyer; Gurtner, R.Schütz, Schlapbach.
Star Forward: Fragnoli; Reidi, Leva; Matewa, Stemer; Fasel, Eliott; Diem, Delessert, Brot; Mora, Gachet, Lahache; Di Lullo, Millet, Piquerez; Derder.
Bemerkungen:
Brandis ohne Buri (Oberkörper-Verletzung), M.Schütz, Seematter (rekonvaleszent)
Star Forward keine Angaben