Brandis - Basel 6:0

MMeyer Steiner

EHC Brandis – EHC Basel 6:0 (4:0, 0:0, 2:0)

Grundstein zum Sieg im ersten Drittel gelegt

Von Päscu Müller

Der EHC Brandis lenkte den Sieg bereits im ersten Drittel in die richtigen Bahnen. Entscheidend waren im ersten Drittel drei Tore im Powerplay und ein Shorthander zur 4:0-Führung. Im Mitteldrittel liessen die Emmentaler etwas die letzte Konsequenz vermissen, ohne dafür bestraft zu werden. Unter dem Strich gewinnt Brandis schliesslich klar mit 6:0.

Mit einer unglaublichen Powerplay-Quote von 75% und einem Shorthander, legte der EHC Brandis den Grundstein zu diesem Sieg gegen Basel, bereits im ersten Drittel. In die Kategorie «selten gesehen» geht Adrian Steiners Shorthander zum 4:0. «Wir haben da Druck auf den Torhüter gemacht, der musste sich entscheiden, Marco bringt die Scheibe wieder gegen das Tor, das wars», meinte Steiner kurz und bündig. Auf die vier Tore im Special Game angesprochen, meinte der Brandis-Stürmer: «Ja wir hatten im Powerplay bis anhin eher Mühe uns durch zu setzen, heute hat das gut geklappt, da wir einfach gespielt haben». Nach der 4:0-Führung nach dem ersten Drittel, trat der EHC Brandis im Mitteldrittel nicht mehr so konsequent auf. Adrian Steiner hat dazu eine Erklärung: «Auf diesem Niveau kannst du es dir nicht mehr leisten, einen Schritt weniger laufen zu wollen. So gibt’s du dem Gegner natürlich mehr Chancen». Mit dem ganzen Spiel dürfen die Emmentaler aber zufrieden sein, auch wenn im mittleren Drittel eben die nötige Konsequenz etwas gefehlt hat, wie auch der Torschütze zum 4:0 Adrian Steiner erklärte. Dass dies nicht ins Auge ging, ist erstens einem starken Sven Witschi und zweitens den Baslern selber zu zuschreiben. Mit dem 5:0 nach 44 Minuten – das erste Tor bei Vollbestand – war die Partie dann entschieden. Nichts desto trotz, fahren die Emmentaler gegen die Rheinstädter, einen wichtigen und schlussendlich klaren und verdienten 6:0 Sieg ein.

Vier Tore zum Auftakt, keines bei Fünf gegen Fünf
Keine dreissig Sekunden waren gespielt, als der Schiedsrichter, bereits den ersten Akteur in die Kühlbox verbannte. Brandis fackelte nicht lange und trifft nach weiteren dreissig Sekunden durch Patrick Meyer bereits zum 1:0. Nach drei weiteren gespielten Minuten, verpasste Marco Meyer eine Hereingabe nur haarscharf. Es waren die Emmentaler, die die ersten Minuten dieses Spiels mit offensiven Aktionen prägten. Den ersten Basler Abschluss, hatte Sven Witschi nach etwa sechs Minuten zu entschärfen. Ab etwa Mitte des ersten Drittels, gestaltete sich die Angelegenheit ausgeglichener, bis erneut ein Basler mit einer zweiminütigen Strafe belegt wurde. Nach neunzig Sekunden in dieser Überzahl, wanderte ein zweiter Basler in die Kühlbox. Dieses doppelte Powerplay wurde zwar nicht genutzt, die anschliessende einfache Überzahl jedoch schon. Es war Florian Lüthi, der eine Kombination, ausgehend von Joel Scheidegger und Sven Nägeli, ziemlich ungestört im Slot zum 2:0 verwerten konnte. Passgeber Scheidegger hatte kurze Zeit später einen Energieanfall. Er liess drei Basler an der offensiven blauen Linie stehen. Was fehlte war einzig der krönende Abschluss in Form eines Tores. Vier Minuten vor der ersten Sirene, durften sich die Rheinstädter erstmals in Überzahl üben. Es blieb bei der Übung, die Emmentaler hielten hinten schnörkellos dicht. Kaum war Brandis komplett, flog wieder ein Basler raus. Kaum zu glauben aber wahr, der EHC Brandis nutzte auch dieses Powerplay zu einem Tor. Es war Scharfschütze Joel Scheidegger, der zum 3:0 traf. Drei Tore bei vier Strafen gegen den EHC Basel, ergibt eine sagenhafte Powerplay-Quote von 75%. Damit aber nicht genug: Bei Überzahl Basel, landet die Scheibe hinter dem Basler-Tor, Keeper Osterwalder will diese stoppen, Schlitzohr Adrian Steiner setzt Osterwalder unter Druck, dieser spielt die Scheibe dem mitlaufenden Marco Meyer auf den Stock, Meyer passt zur Mitte, wo Steiner keine Mühe hat das 4:0 zu markieren.

Trotz weiteren Strafen, Nullnummer im Mitteldrittel
Basel war aber noch keines Falls geschlagen, einen ersten Warnschuss lieferte Schnellmann bereits in der ersten Minute des Mitteldrittels. Keine zwei Minuten später trifft Cola nur die Torumrandung. Brandis war da schlicht nicht konsequent genug. Innert Kürze wanderten wieder zwei Basler in die Kühlbox. Beim ersten Powerplay brachten die Emmentaler nicht viel zu Stande. Auch da: Etwas zu inkonsequent. Bei der zweiten sah dies schon anders aus, umso mehr, weil ein weiterer Basler bestraft wurde. Unglaublich wie die Emmentaler dabei Osterwalder unter Druck setzten. Das Tor aber fiel nicht. Nach dieser Phase, brauchte es zweimal innerhalb von Sekunden, die Abwehrkünste von Sven Witschi. Er verhinderte mirakulös den ersten Basler Treffer. Dieser fiel auch nicht, als die Emmentaler mit einem Mann weniger agieren mussten. Bei dieser Strafe wanderte erst ein Basler, dann ein Emmentaler auf die Strafbank, gespielt wurde ergo mit drei gegen vier Mann. Doch auch hier: Fielen im ersten Drittel vier Tore in Über- bzw. Unterzahl, gelang dies im Mitteldrittel trotz Strafen, keinem der beiden Teams.
Zu Beginn des Schlussdrittels – Brandis in Unterzahl – hatte Sandro Hain das fünfte Tor auf dem Stock. Was Hain in dieser Situation nicht gelingen wollte, gelang ihm eine Minute später. Er bezwang Osterwalder zum 5:0. Es war das erste Tor bei fünf gegen fünf Feldspielern auf dem Eis. Joel Scheidegger haute dem Ganzen noch einen drauf: Wie gewohnt ab der blauen Linie, traf er zum 6:0. Es war Scheideggers zweiter persönlicher Treffer an diesem Abend.

(pmu)

Telegramm: EHC Brandis – EHC Basel 6:0 (4:0, 0:0, 2:0)
Sportbetriebe Brünnli, Hasle BE. – 190 Zuschauer – Schiedsrichter: Jung; Cantamessi / Baumgartner
Torfolge: 1. P.Meyer (Hain, Schaad) 1:0 (PP), 12. Lüthi (Nägeli, Scheidegger) 2:0 (PP), 19. Scheidegger (M.Gasser, Messerli) 3:0 (PP), 20. Steiner (M.Meyer) 4:0 (SH), 44. Hain (Liechti) 5:0, 56. Scheidegger (P.Meyer) 6:0
Strafen: Brandis 6-mal 2 Min   ;    Basel 8-mal 2 Minuten
Brandis: Witschi; Scheidegger, M.Gasser; Schaad, Liechti; Mosimann, Oberli; Tschanz; Nägeli, Lüthi, Messerli; Hain, Holzer, P.Meyer; Steiner, Blaser, M.Meyer; Gurtner, Schlapbach.
Basel: Osterwalder; Maurer, Ast; Guerra, Gfeller; Hhagen, Kohler; Lehner, Isler; Giacinti, Brügger, Tkachenko; Voegelin, Vogt, Schnellmann; Guantario, Puntus, Rohrbach; Jeyabalan, Cola, Spreyermann.
Bemerkungen:
Brandis ohne Buri (Oberkörper-Verletzung), R.Schütz (krank), M.Schütz, Seematter (rekonvaleszent)
Basel ohne Gusset, Cederbaum, Gurtner