Brandis - Bülach 4:0

Witschi Bülach 600

EHC Brandis – EHC Bülach 4:0 (1:0, 1:0, 2:0)

Sauber und diszipliniert zum Sieg

Von Päscu Müller

Der EHC Brandis gewinnt zum zweiten Mal innerhalb einer Woche zu Null. Grund dafür ist sicher eine gute Torhüter-Leistung, aber auch eine disziplinierte Spielweise. Entscheidend heute waren wiederum zwei Treffer in Überzahl und ein gut gespieltes Boxplay. Der Widerstand Bülachs war erst mit dem 4:0 definitiv gebrochen.

Dieser Sieg – so klar wie er war – musste trotzdem wieder erarbeitet werden. Keiner im Team von Brandis stach extrem heraus – sieht man einmal vom Nuller Sven Witschis und Joel Scheideggers Doppelpack ab. Der Sieg entspricht grossmehrheitlich einer tadellosen Teamleistung. Dies bestätigt auch Sven Witschi: «Klar kann ich mit meiner Leistung zufrieden sein, mein Team hat mich aber dazu auch stark unterstützt». Es sind keine Floskeln, die Witschi verwendet. Es war in der Tat ein hervorragendes und eben diszipliniertes Spiel, welches der EHC Brandis gegen die Zürcher Unterländer zeigte. Dass da Witschi zu Null spielt und Joel Scheidegger wiederum zwei Treffer im Powerplay beisteuert, ist zwar erfreulich, aber ohne Unterstützung der Anderen, wahrscheinlich nur die Hälfte wert. Jeder einzelne Spieler hat heute mit seiner Spielweise seinen Beitrag zu diesem Sieg geleistet. Dies war auch nötig, denn die Zürcher spielten lange auf Augenhöhe mit. Mit Scheideggers 3:0, war aber der Widerstand von Bülach gebrochen, das 4:0 im Solo durch Adrian Steiner eine Zugabe. Auf dieser soliden Leistung lässt sich nicht nur aufbauen, sie sollte Grundpfeiler der Emmentaler sein.

Das 1:0 wieder im Powerplay

Bereits nach etwas mehr als dreissig Sekunden, sieht sich Brandis mit einem Mann weniger auf dem Eis. Grund dafür war ein unkorrekter Wechsel, sprich für eine kurze Zeit waren sechs, statt fünf Mann aktiv auf dem Eis. Diese Szene dürfte vielleicht eine Art Weckruf für künftiges sehr diszipliniertes Spiel gewesen sein. Denn die Emmentaler überstanden nicht nur diese Phase, Sven Witschi hatte in diesem Boxplay gerade einmal einen Schuss zu parieren. Die erste Chance des EHC Brandis, konnte dann in der vierten Minute notiert werden. Topscorer Patrick Meyer war wahrscheinlich vom Pass aus den Reihen der Zürcher, selbst ein wenig überrascht und sah seinen Schuss gehalten. Seitens der Emmentaler konnte vorerst wenig Spielfluss aufkommen, da ein weiteres Mal in Unterzahl agiert werden musste. Wie bei der ersten Strafe, wurde es aber selten bis nie gefährlich. Erst ab Drittelmitte – jetzt über längere Zeit mit fünf gegen fünf – entwickelte Brandis offensiven Druck. Die Zürcher Unterländer, spielten aber auf Augenhöhe mit. Es entstand eine animierte Partie, jedoch ohne grosse Torszenen. Dies vor allem, weil beide Defensiven sauber und schnörkellos zu Werke gingen. Diszipliniert eben. Drei Minuten vor Drittelsende durfte Brandis erstmals im Powerplay spielen. Anders als Bülach zuvor, fackelten die Emmentaler dabei nicht lange. Keine halbe Minute brauchten sie, um mit 1:0 in Führung zu gehen. Es war – einmal mehr – Scharfschütze Joel Scheidegger, der ein Zuspiel von Sven Nägeli verwertete. Für den Verteidiger war dies bereits der sechste Treffer in der laufenden Saison. Ein weiterer sollte noch folgen.

Steter Tropfen höhlt den Stein

Die Spielweise im Mittelabschnitt änderte sich nicht. Die Teams agierten weiterhin auf Augenhöhe und erlaubten sich kaum Fehler, die zu gefährlichen Abschlüssen führen könnten. In der siebten Minute des zweiten Drittels, durfte das zweite Brandis-Tor bejubelt werden. Kapitän Janick Holzer schloss eine sehenswerte Aktion über Stefan Oberli und Adrian Steiner zum 2:0 ab. Zwei Minuten später kombinierte sich der ganze Brandis-Block beinahe russisch vor das gegnerische Tor. Bülachs Keeper Hauser pflückte aber den Abschluss von Roman Messerli irgendwie herunter, respektive lenkte die Scheibe in extremis über das Gehäuse. Kurz darauf verzog Ottiger, ebenfalls knapp über das Gehäuse, diesmal von Sven Witschi. Die nächste Szene betrifft erneut ein Powerplay der Emmentaler. In der ersten Minute beeindruckte Brandis mit Pässen wie an einer Schnur gezogen, in der zweiten Minute wollte der Puck kaum mehr in die offensive Zone gelangen.
Mit diesem Zwei-Tore-Vorsprung gingen die Teams in das Schlussdrittel. Unnötig zu erwähnen, dass dabei das Spiel keineswegs entschieden war. Brandis musste weiter mit voller Konzentration dabeibleiben, Bülach versuchte selbstverständlich mit einem Tor, wieder ins Spiel zu gelangen. Eine Gelegenheit dazu, hatten die Zürcher nach sieben Minuten in diesem Drittel, in Überzahl. Doch wie in den drei vorhergehenden Strafen, wurde dieses Powerplay wieder nicht genutzt. Einerseits weil die Brandis-Box sicher stand und anderseits Sven Witschi – falls ein Zürcher einmal zum Abschluss kam – seinen Kasten weiterhin schadlos hielt. Sieben Minuten vor dem Ende, hatte Brandis die Entscheidung in Überzahl auf dem Stock und nutzte diese gnadenlos aus: Scharfschütze Joel Scheidegger traf erneut mit einem Knaller ab der blauen Linie zum 3:0. Damit nicht genug: Adrian Steiner -mit einem herrlichen Solo – traf zweieinhalb Minuten vor der Schlusssirene zum 4:0. Der Widerstand der Zürcher war damit endgültig gebrochen. Die stete emsige Arbeit des EHC Brandis, welche sauber und diszipliniert verrichtet wurde, höhlte den Zürcher-Stein, die aber wiederum nur so zu bezwingen waren.  
Nach diesem Sieg gegen Bülach und der heutigen Niederlage von Sion gegen Brandis-Bezwinger Star Forward, ziert der EHC Brandis nach acht Spielen gar die Tabellenspitze.

(pmu)

Telegramm: EHC Brandis – EHC Bülach 4:0 (1:0, 1:0, 2:0)
Sportbetriebe Brünnli, Hasle BE. – 145 Zuschauer – Schiedsrichter: Fabre; Locorotondo / Humair
Torfolge: 17. Scheidegger (Nägeli) 1:0 (PP), 27. Holzer (Steiner, Oberli) 2:0, 54. Scheidegger (Messerli) 3:0 (PP), 58. Steiner (Holzer, M.Meyer) 4:0.
Strafen: Brandis 4-mal 2 Min   ;    Bülach 3-mal 2 Minuten
Brandis: Witschi; Scheidegger, Gasser; Schaad, Liechti; Mosimann, Oberli; Nägeli, Lüthi, Messerli; Hain, Holzer, P.Meyer; Steiner, Blaser, M.Meyer; Gurtner, Schlapbach.
Bülach: Hauser; Pfister, Ronner, Pozzorini, Bucher; Waller, Thomet; Engeler, Halberstadt; Däscher, Boner, Schaufelberger; Lemm, Tonndorf, Ganz; Basarte, Ottiger, Lanz; Giacobbe, Stiefel, Walder.
Bemerkungen:
Brandis ohne Buri (Oberkörper), R.Schütz, Tschanz (beide krank) M.Schütz, Seematter (rekonvaleszent)
Bülach ohne Schnetzer, Andersen