Düdingen - Brandis 5:1

GasserSchaad 600

HC Düdingen Bulls – EHC Brandis 5:1 (3:0, 1:0, 1:1)

Düdingen Bulls nehmen Brandis auf die Hörner 

Von Päscu Müller

Der EHC Brandis verlor dieses Spiel in Düdingen bereits in den ersten dreizehn Minuten. Irgendwie nicht wirklich bereit, kassieren die Emmentaler da drei Treffer, ohne selber offensive Akzente setzen zu können. Der Fehlstart des ersten Drittels wurde nach zwölf Sekunden im Schlussabschnitt dupliziert. Da treffen die Düdingen Bulls nämlich zum 5:0 und ziehen definitiv entscheidend davon.

Es war nicht der Abend des EHC Brandis im freiburgischen Düdingen. Zuwenig wurde die eigene Leistungsfähigkeit abgerufen. Dass sich ein Team, dies in dieser Liga nicht leisten kann, ist nicht erst nach dieser Pleite klar. Die Düdingen Bulls agierten äusserst aufsässig und mit viel Wille, die Emmentaler eher fade. Brandis leistete sich einen veritablen Fehlstart ins erste Drittel, lag da 0:3 zurück und einen weiteren Fehlstart ins Schlussdrittel. Martin Gasser, einziger Torschütze für Brandis sah das ähnlich: «Es lief nicht wie wir uns das vorgenommen haben, wir geben Düdingen die Tore mit unseren Fehlern hinten zu einfach, das war definitiv ein Fehlstart unsererseits». Und wer einen Rückstand aufholen will, sollte nicht nach zwölf Sekunden einen Treffer kassieren. Dies sieht auch Martin Gasser so: «Das ist genau so, das war auch eine blöde Situation wie sie zwanzig Mal in einem Spiel vorkommt und dieser geht rein». Es sind solche Situationen, wie sie Martin Gasser beschreibt, wenn es nicht läuft, läuft es eben nicht. Die Bullen aus Düdingen haben sich diesen Sieg verdient, sie haben dafür schlicht mehr geleistet, als die Emmentaler. Vielleicht ist es für den weiteren Verlauf der Meisterschaft gar nicht schlecht, wurde Brandis mal auf die Hörner genommen. Entscheidend wird die Reaktion am Samstag gegen das Spitzenteam aus Dübendorf sein.

Ein Startdrittel zum Vergessen

Die erste Minute in diesem Spiel gehörte dem EHC Brandis, ohne dass sich aber eine gefährliche Situation ergab. Das war’s aber dann auch schon. Anders beim ersten Angriff der Düdinger, Sven Witschi musste bereits hellwach sein. Auch zwei Minuten später, als der Topscorer der Freiburger Sandro Abplanalp, vor ihm auftauchte. Eine Zeigerumdrehung später, war Sven Witschi erstmals geschlagen. Der Schuss von Verteidiger Blanchard passte genau ins hohe Ecke. Es dauerte eine Weile, bis die Emmentaler ihrerseits offensive Akzente setzen wollten. Vorerst blieb es beim Versuch. Es entwischte beispielsweise links Adrian Steiner, passt zum in der Mitte mitlaufenden Marco Meyer. Meyers Schuss aber war zu harmlos. Apropos entwischen: In der 8. Minuten entwischte eben der Düdinger Ducret und markierte schnörkellos zum 2:0. Diesen doch eher verhaltenen Start versuchte Headcoach Andreas Beutler mit einem Timeout zu korrigieren. Die Spielweise blieb pomadig und fehlerhaft. Nach dreizehn Minuten – im Boxplay – lag die Brünnli-Truppe bereits mit 0:3 im Hintertreffen. Fleuty nutzte eine Unaufmerksamkeit zum dritten Treffer für die Düdingen Bulls. Wer glaubte Brandis lege jetzt einen Zacken zu, sah sich getäuscht. Die Freiburger blieben spielbestimmend und immer wieder äusserst gefährlich. Etwas salopp und plakativ zusammengefasst: Brandis spielte Defensiv, wie ein löchriger Emmentaler und Offensiv, wie ein fader Gouda.

Keine Wende

Um dem Team neuen Drive zu verleihen, wechselten die Coaches ab dem zweiten Drittel die Torhüter. Lukas Gasser bekam im Boxplay sogleich die Chance, sich auszuzeichnen. Er hielt mit seinen Vorderleuten den Kasten aber dicht. Kurz darauf verpasste Sven Nägeli mit seinem Schuss über das Tor, seine Farben wieder ins Spiel zu bringen. Düdingen war da einmal mehr wesentlich effizienter, denn mit einem Buebetrickli erhöhte Sandro Abplanalp gar auf 4:0. Brandis hatte durchaus seine Torszenen. War es im ersten Abschnitt die mangelnde defensive Arbeit, war es zu Beginn des Mitteldrittels mangelnde Effizienz um wieder ins Spiel zurück zu finden. Die Emmentaler waren in diesem zweiten Drittel zwar nicht mehr so fahrig unterwegs, wie im Ersten, dennoch blieb vieles halt ein Stückwerk. Der Start ins Schlussdrittel wiederspiegelt eigentlich die vierzig Minuten vorher, denn keine zwölf Sekunden brauchten die Freiburger, um auf 5:0 davonzuziehen. Ein Fehlstart ins Startdrittel, ein weiterer Fehlstart ins Schlussdrittel. Wenigstens korrigierte Brandis den zweiten Fehlstart, mit einem Tor durch Martin Gasser zum 5:1. Unter dem Strich war dies aber mindestens ein Fehlstart zu viel.

(pmu)



Telegramm: HC Düdingen Bulls – EHC Brandis 5:1 (3:0, 1:0, 1:1)
Regio Eisbahn Sense, Düdingen FR. – 357 Zuschauer – Schiedsrichter: Truffer; Jean-Mairet / Locorotondo
Torfolge: 5. Blanchard (Fleuty, Sassi) 1:0, 8. Ducret (Hayoz, Knutti) 2:0, 13. Fleuty (Langel, Sassi) 3:0 (PP), 29. Abplanalb (Fontana, Dousse) 4:0, 41. Fontana (Dousse) 5:0, 43. M.Gasser (Nägeli) 5:1
Strafen: Düdingen 3-mal 2 Minuten   ;    Brandis 6-mal 2 Minuten
Düdingen: Zaugg; Zwahlen, Spicher; D.Roggo, Hayoz; Bertschy, Blanchard; Thom, Nussbaumer; Abplanalp, Fontana, Dousse; Langel, Sassi, Fleuty; Braichet, Krebs, Kessler; Ducret, Perdrizat, Knutti.
Brandis: Witschi (ab 21. L.Gasser); Scheidegger, M.Gasser; Schaad, Liechti; Mosimann, Oberli; Nägeli, Lüthi, Messerli; Hain, Blaser, P.Meyer; Steiner, Holzer, M.Meyer; Gurtner, R.Schütz, Schlapbach.
Bemerkungen:
Düdingen ohne K.Roggo, Bucher, Chassot, Bussard
Brandis ohne Buri (Oberkörper-Verletzung), Tschanz (krank), M.Schütz, Seematter (rekonvaleszent)