Dübendorf - Brandis 0:1

Messerli Nägeli Lüthi

EHC Dübendorf – EHC Brandis 0:1 (0:1, 0:0, 0:0)    

 Reaktion mit Sieg in Dübendorf gelungen

Von Päscu Müller

Dem EHC Brandis ist eine Reaktion auf die Niederlage vom Dienstag gelungen. Mit einer, vor allem ab dem zweiten Drittel, leidenschaftlichen Spielweise, wurden die Dübendorfer in Schach gehalten und das 1:0 nach dem ersten Drittel ins Trockene gebracht. Martin und Lukas Gasser spielten dabei eine bedeutende Rolle. 

Der Verteidiger Martin Gasser traf bereits am Dienstag in Düdingen. Heute doppelte der Walliser, in Diensten des EHC Brandis, mit dem Game-Winner nach. Es blieb der einzige Treffer des Spiels, der aber zum Sieg für die Emmentaler reichte. Der andere Gasser, Lukas, leistete viel dazu bei, dass in diesem Spiel kein weiterer Treffer fiel. Der Torhüter liebt solche Spiele: «Es sind die Matches, dafür gehst du ins Tor, so macht das Spass». Es waren aber nicht nur die beiden Gassers, die den – resultatmässig minimen – Unterschied ausmachten: «Wir waren kämpferisch auf der Höhe, jeder ist für den anderen gegangen, wir konnten dadurch gar die Verletzten kompensieren, da hat jeder noch zwei Prozente dazu gegeben», meinte der Brandis-Keeper. In der Tat waren die Emmentaler heute ab dem zweiten Drittel wieder kämpferischer und vor allem leidenschaftlich unterwegs. «Dieser Sieg muss uns viel Vertrauen geben, denn Dübendorf ist eine starke Truppe, die einen starken Match gespielt haben», sagte Lukas Gasser weiter. Mit einer disziplinierten Leistung wie heute, ist eben ein solches Team zu schlagen, auch wenn der Sieg, der knappste aller möglichen Siege ist, es ist ein Sieg.

Fehlpass-Festival im ersten Drittel
Eine Glanztat von Lukas Gasser, gleich zu Beginn des Spiels, verhinderte einen Rückstand. Gasser blieb vorerst mehr beschäftigt, als sein Antipode Trüeb. Die Dübendorfer, welche am Vortag Trainer Andrea Cahenzli durch Reto Stirnimann ersetzten, wollten sich ihrem neuen Trainer bestimmt von der besten Seite präsentieren. Brandis dagegen, musste auf das verkorkste Spiel vom Dienstag in Düdingen, unbedingt eine Reaktion zeigen. Gefährlich durch Brandis wurde es in den Startminuten einzig durch einen Schuss von Renato Schütz. Die Fehlerquote, insbesondere der Fehlpässe, war noch höher als am Dienstag. Ein berauschendes Spiel, war dies in den ersten zehn Minuten des Startdrittels, nicht. Es war der nächste Fehlpass, der eine hochkarätige Chance für den EHCD einleitete. Unglaublich wie viele Fehlpässe da gespielt wurden. Nach dreizehn Minuten verabschiedete sich Stefan Oberli wegen Beinstellens für zwei Minuten auf die Strafbank. In dieser Phase, durften die Emmentaler dreimal zu einem Bully in der offensiven Zone antreten. Dies sagt alles über die Qualität des gezeigten Powerplays seitens der Dübendorfer aus. Den ersten richtigen Knaller Schuss aus den Reihen der Emmentaler, fabrizierte Florian Lüthi. Gespielt waren da bereits sechzehn Minuten. Das Spiel blieb zerfahren und unspektakulär, bis Michael Gurtner solo Richtung Dübendorfer Goalie loszog. Sein Abschluss war aber zu unpräzise. Die letzte Minute dieses Drittels, durfte der EHC Brandis mit einem Mann mehr agieren und da schepperte es. Anders als das Powerplay der Zürcher zuvor, war jenes der Emmentaler wesentlich zwingender und auch effizienter. Martin Gasser – er traf bereits am Dienstag in Düdingen – schloss eine Kombination über Sven Nägeli zum 0:1 erfolgreich ab.

Intensität nahm stetig zu
Der mittlere Abschnitt begann mit wesentlich mehr Pfeffer. Irgendwie war da plötzlich mehr Tempo drin und das auf beiden Seiten. Selbstredend, dass sich dabei auch die Torszenen häuften. Die besten seitens des EHC Brandis, hatten Marco Meyer und Adrian Steiner in Unterzahl. Die Beiden wurden erst im letzten Moment gestoppt. Dann verpasste Jann Falett für Dübendorf einen Hochkaräter. Das Spiel gewann nicht nur an Niveau, es wurde auch deutlich intensiver. Bei Überzahl Dübendorf – es war die dritte bis anhin – wurde es zeitweilig brenzlig vor Lukas Gasser. Der Brandis-Keeper musste ein paar Mal sein Können unter Beweis stellen, wurde von seinen Vorderleuten aber auch gut unterstützt. Bei der nächsten Unterzahl Brandis, dasselbe Bild, nur das wahrscheinlich ein Abschluss der Zürcher im Torhimmel landete, oder halt am Lattenkreuz, wie es der Schiedsrichter gesehen haben will. Fakt ist, der Treffer zählte nicht, es wurde nicht einmal protestiert, so dass die Entscheidung des Refs wohl richtig gewesen sein muss.
Gasser blieb stark, auch als der Puck kaum sichtbar irgendwo vor der Torlinie tanzte, behielt er die Übersicht und Ruhe. Das Spiel stand auf Messers Schneide, der kleinste Fehler könnte die Entscheidung in eine Richtung lenken. Dübendorf war etwas mehr in der offensiven Zone, als die Emmentaler, die vorwiegend mit Kontern ihr Glück versuchten. Selbst zwei Zürcher Strafen exakt hintereinander brachten keine Änderung des Spielstandes. Sieben Minuten vor dem Ende, dann wieder ein Zürcher draussen. Doch auch da reüssierten die Emmentaler nicht. Es war gar der Dübendorfer Topscorer Andreas Bührer, der den Ausgleich auf dem Stock hatte. Der Druck des EHC Dübendorf nahm in den letzten vier Minuten zu, ohne dass die Zürcher einen Erfolg in Form eines Tores verbuchen konnten. Der Treffer des Verteidigers Martin Gasser aus dem ersten Drittel, blieb der einzige Treffer des Spiels.
Dem EHC Brandis ist mit diesem Sieg in Dübendorf, eine Reaktion auf das Dienstags-Spiel, vor allem punkto Leidenschaft und Kampfgeist, eindrücklich geglückt.

(pmu)

Telegramm: EHC Dübendorf – EHC Brandis 0:1 (0:1, 0:0, 0:0)
Kunsteisbahn im Chreis, Dübendorf ZH. – 493 Zuschauer – Schiedsrichter: Hungerbühler; Remund / Iseli
Torfolge: 20. M.Gasser (Nägeli) 0:1 (PP)
Strafen: Dübendorf 4-mal 2 Minuten   ;    Brandis 4-mal 2 Minuten
Dübendorf: Trüb; Hurter, Roth; Hebeisen, Breiter; Röthlisberger, Stettler; Alena; Barts, Seiler, Widmer; Schumann, Falett, Beeler; Bührer, Suter, Kreis.
Brandis: L.Gasser; Scheidegger, M.Gasser; Schaad, Liechti; Mosimann, Oberli; Nägeli, Lüthi, Messerli; Hain, Holzer, P.Meyer; Steiner, Blaser, M.Meyer; Gurtner, R.Schütz, Schlapbach.
Bemerkungen:
Dübendorf ohne Buchmüller, Brandi, Zumbühl
Brandis ohne Witschi (verletzt), Buri (Oberkörper), Tschanz, M.Schütz, Seematter (rekonvaleszent)

Brandis Keeper Lukas Gasser im Interview nach seinem Shutout in Dübendorf

 

 Brandis Verteidiger Martin Gasser im Interview nach seinem Gamewinner in Dübendorf