Brandis - Seewen 2:3

Nägeli Seewenn251017

Sven Nägeli, Torschütze zum 2:2 (Foto: Marcel Bieri 25-10-17)

EHC Brandis – EHC Seewen 2:3 (0:1, 2:1, 0:1)   

Brandis-Niederlage mit drei Gründen

Von Päscu Müller

Der EHC Brandis verliert dieses Spiel gegen Seewen knapp mit 2:3, nachdem die Emmentaler ein 0:2 noch zum 2:2 ausgleichen konnten. Mitentscheidend sind, ein verhaltenes Startdrittel, die doppelte Überzahl im ersten Drittel, welche nicht genutzt werden konnte und die mangelnde Effizienz. Der Sieg der Innerschweizer geht in Ordnung.

Es soll keine Entschuldigung sein – höchstens eine Erklärung – aber dem EHC Brandis fehlte eine komplette Sturmlinie. Trotz Chancen – auch Solo – gelang den Emmentalern der entscheidende Treffer nicht. Zudem verschliefen die Emmentaler ein bisschen das Startdrittel. Dies war auch für Sandro Hain – Torschütze zum 1:2 Anschlusstor – in etwa so: «Wir haben den Start verschlafen und Seewen fand sofort ins Spiel», meinte der Stürmer. Für Hain war es nicht nur der verschlafene Start: «Ich sehe das Problem vor allem auch im letzten Drittel, wir haben da zu wenig gemacht und fanden nicht mehr richtig ins Spiel». Es waren nicht nur die vier kleinen Strafen im letzten Drittel, die Brandis nicht mehr herankommen liess. Es war auch die nicht genutzte doppelte Überzahl im ersten Drittel. Über die Absenzen verliert Sandro Hain klare Worte: «Grundsätzlich ist das keine Ausrede, da sollten andere in die Bresche springen». Ob jetzt der verschlafene Start, die mangelnde Überzahl oder die Absenzen, schuld an dieser nicht zwingenden Niederlage sind, lässt sich nicht abschliessend beantworten. Wahrscheinlich ist es von Allem etwas. Unter dem Strich hat Seewen diesen Sieg nicht gestohlen, die Innerschweizer haben dafür heute schlicht mehr getan, als die Emmentaler.

Doppelte Überzahl nicht genutzt
Es war ein zügiger Auftakt, den sich beide Teams boten. Das erste Tor fiel ebenfalls rasch. Nach knapp drei Minuten, reüssierte eben die sehr effiziente Linie um Rolf Portmann und Claudio Zurkirchen. Letzterer konnte sich als Torschütze zum 0:1 feiern lassen. Genau diese Linie blieb gefährlich. Portmann beispielsweise konnte nur regelwidrig gestoppt werden. Das anschliessende Boxplay überstand Brandis aber problemlos. Ab Mitte des ersten Drittels, wurde es erstmals brenzlig vor Seewens Keeper Schweiger, ohne dass den Emmentalern der Ausgleich gelingen konnte. Die beste Chance verpasste Joel Scheidegger am rechten Pfosten im Slot, sein Stock war wohl ein Tick zu kurz. Der Druck von Brandis nahm erheblich zu. Auch da: Seewen wusste sich nur mit Fouls zu behelfen. Brandis durfte über neunzig Sekunden gar mit zwei Mann mehr agieren. Erst in der zweiten Hälfte des Powerplays, wurde Schweiger stark beschäftigt, ohne dass Brandis reüssieren konnte. Wieder bei Vollbestand traf Remo Schlapbach nur den Aussenpfosten. Auch Seewen kam kurz vor der Sirene noch zur einen oder anderen Chancen.  

Vom 0:2 übers 2:2 zum 2:3
Zu Beginn des Mitteldrittels sah sich Brandis in Unterzahl. Seewen installierte sich rasch, gesteuerte wurde das Ganze von Zurkirchen. Ein Schaden in Form eines Tores entstand nicht, dieser Schaden geschah erst wieder bei fünf gegen fünf Feldspieler. Es war Nino Marzan, der die Innerschweizer mit 2:0 in Front schoss. Die Reaktion von Brandis folgte umgehend: Sandro Hain konnte eine Scheibe über die Linie würgen, die Emmentaler waren mit diesem 1:2 wieder im Spiel. Kurz darauf verfehlte Verteidiger Lukas Mosimann den Ausgleich nur knapp. Sein Abschluss tropfte von der Schulter des Seewen-Keepers ins Aussennetz. Nur Sekunden später gelang der Ausgleich dennoch: Sven Nägeli schloss erfolgreich zum 2:2 ab. Brandis hätte die Möglichkeit gehabt sogar in Führung zu gehen. Umso mehr, als sie in Überzahl spielen durften. Trotz etlichen Chancen gelang diese Führung im Mitteldrittel nicht, über das ganze Spiel bis zum Ende, auch nicht. Für die Zuschauer entwickelte sich eine animierte Partie, wobei sich keiner der Torhüter über mangelnde Arbeit beklagen konnte. Eine animierte Partie, die im letzten Drittel dann eher wieder zerfahren war. Nach vier Minuten, riss diese Führung erneut der EHC Seewen an sich. Es war Rolf Portmann mit einem Konter über links, der zum 2:3 einschoss. Die Emmentaler versuchten mit Vehemenz den erneuten Ausgleich zu erzielen, ohne dass es wirklich gefährlich wurde. Zu gut schirmten die Seewener ihren Torhüter ab. Erschwert wurde dieses Unterfangen zusätzlich, durch teilweise kleinlich gepfiffene Strafen, gegen die Emmentaler. Jedenfalls waren die Entscheide des Schiedsrichters im Schlussdrittel nicht immer nachvollziehbar, entscheidend waren sie aber keineswegs. Selbst mit sechs gegen fünf Feldspieler – ohne Torhüter – gelang die Wende nicht mehr.

(pmu)

Telegramm: EHC Brandis – EHC Seewen 2:3 (0:1, 2:1, 0:1)
Sportbetriebe Brünnli, Hasle BE. – 139 Zuschauer – Schiedsrichter: Jung; Schlegel/ Pfister
Torfolge: 3. Zurkirchen (R.Büeler, Portmann) 0:1, 24. Marzan (Koller, Scheiber) 0:2, 25. Hain (Blaser) 1:2, 28. Nägeli 2:2, 44. Portmann (Schmidig, Schnürger) 2:3
Strafen: Brandis 6-mal 2 Min   ;    Seewen 5-mal 2 Minuten
Brandis: L.Gasser; Scheidegger, M.Gasser; Schaad, Liechti; Mosimann, Oberli; M.Schütz; Nägeli, Lüthi, Schlapbach; Hain, Holzer, Blaser; A.Steiner, R.Schütz, M.Meyer; Gurtner.
Seewen: Schweiger; Schweiger; Schnüriger, R.Büeler; Holdener, End; Scheiber, Lanz; T.Büeler; Schmidig, Portmann, Zurkirchen; Christen, Arnold, Fries; Marzan, Bettinaglio, Koller; Schön, Gisler, S.Steiner.
Bemerkungen:
Brandis ohne Buri, Messerli, P.Meyer, Witschi (alle verletzt), Seematter, Tschanz (rekonvaleszent)
Seewen ohne Djodjevic, Wellinger

Interview Sandro Hain, Torschütze zum 1:2

 

 Interview Andreas Beutler zur Niederlagen gegen Seewen