Dübendorf - Brandis 4:2

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Sven Nägeli (Torschütze zum 0:1), Foto: Marcel Bieri (Archiv)

EHC Dübendorf – EHC Brandis 4:2 (1:1, 1:0, 2:1)   

Kein Lohn für gute und engagierte Arbeit 

Von Päscu Müller

Der EHC Brandis zeigte sich in Dübendorf sehr engagiert und aktiv. Bei einem Chancenplus fehlte den Emmentalern aber die nötige Kaltblütigkeit im Abschluss. Vor allem im Mitteldrittel hätte Brandis die Partie entscheiden müssen, die Tore aber erzielten die Zürcher. Vor allem punkto Leidenschaft war Brandis aber stark verbessert.

Solche Niederlagen dürfen und können immer wieder passieren. Fakt ist, der EHC Brandis zeigte eine äusserst engagierte Partie, trifft aber im Gegensatz zu Dübendorf, das Tor nur zweimal. Alleine im Mitteldrittel hätten die Emmentaler die Partie entscheiden müssen. Dass nach solchen Niederlagen viel Frust vorhanden ist, bestätigte auch der Torschütze zum 1:0 Sven Nägeli: «Klar ist da Frust da, wenn du verlierst, aber wir haben heute alles gegeben und der Gegner macht die Tore». In der Tat hat Brandis heute alles gegeben. Was sich die Beutler-Truppe alleine im Mitteldrittel an Chancen herausgearbeitet hat, reicht normalerweise für zwei Partien. Zuversichtlich stimmt aber die Spielweise, meinte auch Stürmer Nägeli: «Heute haben wir wieder unser Hockey gezeigt und gekämpft von der ersten bis zur letzten Minute». Dass es dabei nicht zu einem oder mehreren Punkten gereicht hat, lag einzig und allein an der mangelnden Toreffizienz. Für eine starke Leistung haben die Emmentaler heute keinen Lohn erhalten.

Engagiertes Startdrittel
Nach einer 20-minütigen Verspätung – die Emmentaler standen lange rund um Zürich im Stau – sahen die 408 Zuschauer ab dem ersten Pfiff eine lebendige Partie. Nach knapp drei Minuten musste Lukas Gasser erstmals einen Solo auf ihn losziehenden Dübendorfer stoppen. Brandis brauchte für die erste zwingende offensive Aktion rund sechs Minuten. Diese hatte es aber in sich: Der Pass von Janick Holzer aus der neutralen Zone nach links zu Sven Nägeli, war brillant. Die eiskalte Verwertung durch die Nummer 24 ebenfalls. Es entwickelte sich eine durchaus animierte Partie, in der beide Teams ihren Anteil dazu leisteten. Optisch dürften die Zürcher einen Tick mehr Spielanteile gehabt haben. Eine starke Kombination Dübendorfs – nach Bully-Verlust Brandis – führte nach zwölf Minuten zum 1:1. Gegen den satten und direkten Schuss von Dennis Barts, hatte Keeper Lukas Gasser keine Chance. Zwei Minuten später musste Noel Tschanz einen Schuss auf der Linie wegwischen. Im ersten Special Game des Abends – Schlapbach drückte wegen einem Stockschlag die Strafbank – hatte Brandis durch Adrian Steiner eine Konterchance, welche leider nicht verwertet wurde. Es war die beste offensive Aktion in dieser Phase. Zwei Chancen – je eine pro Team – in der Schlussminute des ersten Drittels. Für Brandis scheiterte Janick Holzer knapp an Dübendorfs Keeper Trüeb.

Viele Chancen – mangelnde Torausbeute
Umgekehrte Vorzeichen zu Beginn des mittleren Drittels, diesmal hatten die Emmentaler mehr vom Spiel, ohne dass es aber zunächst gefährlich wurde. Zwischen Minute drei und acht, war dann Brandis gar permanent im Drittel der Zürcher, kreierte dabei auch Abschluss um Abschluss. Der Weg und die Leidenschaft beim EHC Brandis stimmte, was fehlte war einzig der Torerfolg. Dies war auch beim ersten Überzahlspiel der Emmentaler so. Alles sah gut aus, wirkte engagiert, aber das letzten Quäntchen fehlte. Der Druck aber nahm stetig zu. Die Zürcher konnten sich teilweise kaum mehr aus dem eigenen Drittel lösen, so konsequent war das Forechecking des EHC Brandis. Gar dramatisch wurde es im nächsten Powerplay: Die herausgearbeiteten Chancen konnten nicht mehr an einer Hand abgezählt werden. Es waren viele, sehr viele. Erst drei Minuten vor der Sirene ergab sich für die Zürcher in diesem Drittel eine Chance – es war wahrscheinlich die erste und einzige –, welche sie prompt zur 2:1-Führung nutzen.
Kaum verändertes Bild im Schlussabschnitt, Brandis blieb wesentlich aktiver, als die Zürcher, doch diese treffen wiederum das Tor. Dennis Barts markiert für Dübendorf zum zweiten Mal an diesem Abend, nach dem 1:1 auch das 3:1. Rund acht Minuten vor dem Schlusspfiff, ist Brandis wieder im Spiel. Irgendwie kullerte die Scheibe über die Linie. Matthias Seematter war der letzte Emmentaler, der die Scheibe zum 2:3 berührt hatte. Die weitere Aufholjagd wurde aber erschwert, da für vierzig Sekunden zwei Emmentaler weniger auf dem Eis standen. Bei noch einfacher Überzahl erhöhte Dübendorf wiederum, diesmal zum 4:2. Trotz einem Ansturm in den letzten zwei Minuten – auch mit einem sechsten Feldspieler – reichte es Brandis zur Wende nicht mehr. Unter dem Strich zeigten die Emmentaler eine sehr engagierte Leistung, scheiterte aber an der Toreffizienz.

(pmu)

Telegramm: EHC Dübendorf – EHC Brandis 4:2 (1:1, 1:0, 2:1)
Kunsteisbahn im Chreis, Dübendorf ZH. – 408 Zuschauer – Schiedsrichter: Baum; Nater/ Bohner
Torfolge: 6. Nägeli (Holzer, Liechti) 0:1, 12. Barts (Seiler) 1:1, 37. Widmer (Seiler, Roth) 2:1, 47. Barts (Widmer, Seiler) 3:1, 52. Seematter 3:2, 55. Falett (Alena, Schumann) 4:2.
Strafen: Dübendorf 4-mal 2 Minuten   ;    Brandis 5-mal 2 Minuten
Dübendorf: Trüb; Hurter, Roth; Hebeisen, Breiter; Röthlisberger, Stettler; Alena; Barts, Seiler, Widmer; Schumann, Falett, Beeler; Bührer, Suter, Kreis.
Brandis: L.Gasser; Scheidegger, Mosimann; Seematter, M.Gasser; Schaad, Tschanz; Oberli, M.Schütz;
Steiner, Lüthi, Schlapbach; M.Meyer, Holzer, Blaser; Gurtner, Hain, R.Schütz; Nägeli, Liechti.
Bemerkungen:
Dübendorf ohne Buchmüller, Brandi, Zumbühl, Hebeisen, Beeler
Brandis ohne Buri, Messerli, P.Meyer, Witschi (alle verletzt), Ersatztorhüter André Marti

Interview mit Sven Nägeli (Torschütze zum 0:1)