Basel - Brandis 6:2

Holzer Tor 600

Kapitän Janick Holzer (Foto: Marcel Bieri, Archiv)

EHC Basel – EHC Brandis 6:2 (4:1, 1:1, 1:0)       

In Basel kassiert Brandis die vierte Niederlage in Serie

Von Päscu Müller

Nach einer zumindest diskutablen Schiedsrichterentscheidung zum 1:0 für Basel, geriet der EHC Brandis aus der Fassung. Die eingehandelte Hypothek von 4:0 bis zur dreizehnten Minute, konnte nicht wettgemacht werden. Die Emmentaler aber hinterlegten einen Spielfeld-Prostest. Affaire à suivre.

Der EHC Brandis kommt nicht vom Fleck und kassierte in Basel die vierte Niederlage in Folge. Massgebend war bestimmt der Umstand zum ersten Tor der Rheinstädter nach fünf Minuten, welches die Emmentaler komplett aus der Fassung brachte. Das Tor wurde erst nach einem Unterbruch und heftigen Diskussionen gegeben. Brandis kassierten darauf bis zur dreizehnten Minute, weitere drei Tor zum unschmeichelhaften 4:0. Mitgewirkt hat da wohl auch der Entscheid des Schiedsrichter-Trios: «Das hat uns schon aus dem Konzept geworfen, was aber eigentlich nicht sein sollte», meinte der Kapitän Janick Holzer zur Szene des 1:0. «In der momentanen Situation braucht es dazu nicht viel», präzisierte Holzer weiter. Der EHC Brandis ist sich eine solche Niederlagen-Serie in den letzten Jahren nicht gewohnt, dies weiss auch Janick Holzer: «Vielleicht bringt uns das auch weiter, lässt uns im Team weiter zusammenrücken». In Basel geben die Emmentaler das Spiel nicht aus der Hand, wie noch in Neuchâtel. In Basel hatten sie es nach diesem, zumindest zu diskutierenden Schiedsrichterentscheides, nie in ihren Händen und verlieren schliesslich diskussionslos mit 2:6. Zu diskutieren wird dieses Spiel dennoch geben. Auf Grund dieses Schiedsrichterentscheides zum 1:0 der Basler, hinterlegten die Emmentaler einen Spielfeldprostest. Das letzte Wort über diese Niederlage dürfte also noch nicht gesprochen sein. 

Der Umstand zum 1:0 brachte Brandis aus der Fassung
Von Abtastphase oder dergleichen, war in Basel keine Spur. Beide Teams starteten mit Tempo und versuchten ihr Glück in der Offensive, ohne dass die Torhüter rigoros eingreifen mussten. Nach knapp fünf Minuten knallte ein Basler Abschluss mindestens ans Gestänge. Dieser Knaller ans Gestänge hatte tragende Folgen. Beim nächsten Unterbruch – gepfiffen wurde nach einem Foul eines Basler – wurde die Diskussion eröffnet. Danach wurde dieser Knaller ans Gestänge, als Tor gegeben und die Strafe gegen den Basler aufgehoben. Interveniert haben die Lines-Men, obwohl der Head-Schiedsrichter aus der Sitution heraus klar auf kein Tor entschieden hat. Ob dies alles regelkonform war, darf mindestens hinterfragt werden. Einen Videobeweis kennt die MySports League nicht. Lamentieren bringt nichts. Fakt ist, der EHC Brandis lag mit 0:1 in Rückstand. Dass dies nicht spurlos an den Emmentalern vorbeiging, wurde keine zwei Minuten später deutlich: Da schloss nämlich Basel den nächsten Abschluss erfolgreich ab und führte nach sechs Minuten bereits mit 2:0. Dies war aber längst nicht alles an Ungemach. Weitere fünf Minuten später lag die Scheibe wieder im Brandis-Tor. Der EHC Basel führte bei Drittels Mitte also bereits mit 3:0. Vierzig Sekunden später, bei doppelter Unterzahl der Emmentaler – eine Strafe wegen zu vielen Spielern auf dem Eis – klingelte es bereits wieder. Nach dreizehn Minuten führten die Rheinstädter mit 4:0! Wenigstens gelang Topscorer Joel Scheidegger sechs Minuten vor der ersten Sirene der Anschlusstreffer zum 4:1. Matthias Seematter hatte kurz darauf gar das zweite Tor auf dem Stock, Osterwalder aber pflückte seinen Schuss herunter.

Brandis findet nicht in die richtige Spur
Irgendwie war Brandis auch im Mitteldrittel nicht richtig in der Spur. Offensiv kaum existent und in der Defensive mit haarsträubenden Unzulänglichkeiten. So passte auch in der 24. Minuten die Zuordnung überhaupt nicht und die Basler nutzten das gnadenlos zum 5:1 aus. Die anschliessende doppelte Überzahl der Emmentaler, war dann wieder eher die richtige Spur. Adrian Steiner verkürzte nach 24 Minuten zum 5:2. Ein Basler durfte somit aufs Eis zurückkehren, ein Anderer wanderte hinaus. In dieser Phase, sahen die 711 Zuschauer die beste offensive Aktion von Basel. Lukas Gasser aber parierte mirakulös. Weitere Brandis-Chancen waren zwar vorhanden, blieben aber ungenutzt.
Das Spiel der Emmentaler blieb auch im Schlussdrittel mehrheitlich zerfahren. Irgendwie glaubte keiner mehr so richtig an eine Wende. Denn auch eine anschliessende Überzahl, war nicht wirklich zwingend. Zwar war die Beutler-Truppe bemüht, doch einen richtig zügigen Angriff, mit exakten Pässen, brachten sie kaum zustande und wenn, dann hielt der Basler-Keeper Osterwalder, was es zu halten gab. Mit dem 6:2 neun Minuten vor der Sirene durch Guantario, war die Sache gegessen.
Ungeachtet der Ereignisse in Basel, siegte der EHC Brandis aus den letzten sechs Spielen einzig mit 1:0 in Dübendorf. Daneben setzte es Niederlagen gegen Düdingen, Seewen, Neuchâtel, Dübendorf und heute Basel ab. Die Nationalmannschafts-Pause kommt wohl zum richtigen Zeitpunkt. Das nächste Spiel in der MySports League am 15. November, findet aber ausgerechnet beim souveränen Leader HC Sion statt. Zuvor müssen sich die Emmentaler am Mittwoch in der Cup-Qualifikation gegen Zuchwil bewähren.

(pmu)

Telegramm: EHC Basel – EHC Brandis 6:2 (4:1, 1:1, 1:0)
St.Jakobs Arena, Basel BS. – 711 Zuschauer – Schiedsrichter: Paroz; Jean-Mairet/ Francey
Torfolge: 5. Ast 1:0, 6. Brügger (Cola) 2:0, 11. Puntuns (Guantario) 3:0, 13. Coal (Puntus, Jeyabalan) 4:0 (2PP), 14. Scheidegger (Lüthi) 4:1, 24. Uinter (Cola) 5:1, 26. Steiner (Scheidegger, Mosimann) 5:2 (2PP), 51. Guantario (Rohrbach) 6:2.
Strafen: Basel 5-mal 2 Min   ;    Brandis 4-mal 2 Minuten
Basel: Osterwalder; Maurer, Guerra; N.Gurtner, Isler; Ast, Kohler; Tkachenko, Giacinti; Jeyabalan, Brügger, Schnellmann; Voegelin, Vogt, Gfeller; Guantario, Puntus, Rohrbach; Ustsimenka, Cola, Spreyermann.
Brandis: L.Gasser; Scheidegger, Mosimann; Seematter, M.Gasser; Schaad, Tschanz; M.Schütz, Oberli; Steiner, Lüthi, Schlapbach; Blaser, Holzer, M.Meyer; M.Gurtner, R.Schütz, Hain; Nägeli, Liechti.
Bemerkungen:
Basel ohne Gusset, Cederbaum
Brandis ohne Buri, Messerli, P.Meyer, Witschi (alle verletzt), Ersatztorhüter André Marti

Interview Janick Holzer, Kapitän EHC Brandis