Zuchwil - Brandis 7:8

MBlaser 600

Cup-Qualifikation: EHC Zuchwil Regio – EHC Brandis 7:8 (2:4, 3:3, 2:1)   

Hauptsache eine Runde weiter

Von Päscu Müller

Offensiv schiesst sich der EHC Brandis in dieser Cup-Qualifikation etwas den Frust von der Seele und qualifiziert sich für die nächste und letzte Vorrunde. Trotz diesem Sieg, dürfen die Emmentaler mit ihrer Leistung nicht rundum glücklich sein. Zu Nonchalance wurde die defensive Arbeit von vorne nach hinten verrichtet.  

Der EHC Brandis ist mit diesem Sieg zwar eine Runde weiter, zu überstehen gilt es noch ein Spiel in der Vorrunde für den Cup 2018/19, offenbarte aber gegen Zuchwil doch erhebliche defensive Unzulänglichkeiten, die gegen einen stärkeren Gegner dann gehörig ins Auge gehen könnten. «Das würde ich sogar unterschreiben», meinte dazu Doppeltorschütze Marco Blaser. «Das wäre definitiv in die Hosen gegangen, ich bin nur froh sind wir eine Runde weiter». Blaser war – trotz Sieg und zwei Toren – mit diesem Spiel ganz und gar nicht zufrieden: «So kann es nicht weitergehen, das müssen wir ganz genau analysieren». Die defensive Arbeit beginnt eben auch in der Offensive. «Wir müssen das konsequenter spielen, die einfachen Sachen wieder richtigmachen, zurück zur Basis und alles das haben wir nicht gemacht», gab Blaser genervt zu Protokoll. «Mit diesem kompliziert spielen, müssen wir sofort aufhören». Für die Zuschauer mag das ein erfreuliches Spiel gewesen sein – fünfzehn Tore sind nicht alltäglich – bei der Trainer-Crew dürften eher ein paar graue Haare dazu gekommen sein. Das defensive Verhalten über die Stürmer bis hin zur Verteidigung, war schlicht ungenügend. Hauptsache aber dabei ist: Der EHC Brandis ist eine Runde weiter.

Sechs Tore im ersten Drittel
Keine Minute alt war dieses Spiel, als Adrian Steiner gegen Zuchwils Keeper Sandro Zaugg loszog. Der Langnauer Zaugg blieb in diesem Duell der Sieger. Kurz danach prüfte Zuchwils Scherrer erstmals Lukas Gasser. Auch da behielt der Goalie die Oberhand. Fünf Minuten später, versuchte Joel Scheidegger mit einem Lupfer den Torerfolg, scheiterte aber ebenso, wie die zwei Protagonisten vor ihm. Erst Michael Gurtner war es vergönnt das Score in diesem Spiel zu eröffnen. Es sollte ein torreicher Abend werden. Gurtner lenkte ein Zuspiel Marco Blasers geschickt zum 0:1 ab. Diese Führung aber hatte keine Minute Bestand, da glich Kovac für Zuchwil zum 1:1 aus. Martin Gasser, mit einem verdeckten Abschluss, der Sandro Zaugg keine Chance liess, schoss die Emmentaler wieder in Front. Wie der flinke Verteidiger plötzlich im Slot auftauchte, war schon Klasse. Zwei Minuten vor der Sirene schraubte Marco Blaser mit einem Backhand-Tor das Score auf 3:1. Wiederum keine Minute später erhöhte Brandis gar auf 4:1. Es traf der wiedergenese Patric Buri. Nur vierundzwanzig Sekunden später, trifft aber auch Zuchwil. Dieses zweite Tor der Solothurner riecht etwas nach vorweihnachtlichem Geschenk. Bereit um dieses 2:4 zu verhindern, war bei Brandis nicht wirklich einer. Weitere Geschenke in Form von Gegentoren sollten folgen.

Defensive Arbeit ungenügend
Bei der ersten Überzahl-Situation für Brandis, hatten die Emmentaler ihre liebe Mühe das Powerplay überhaupt zu installieren. Einmal aufgezogen, lief dieses dann flüssig und endete mit einem Lattenschuss. Bei Zuchwils Powerplay eine Minute später, lief das anders. Nicht nur das Überzahl-Spiel war schneller installiert, es war auch von Erfolg gekrönt. Mit diesem 3:4 durch Zigerli, war Zuchwil vermeintlich wieder im Spiel. Denn nur siebenundsechzig Sekunden später, führte Brandis wiederum mit zwei Toren mehr. Es traf zum zweiten Mal an diesem Abend Marco Blaser, der damit seine Hexe wohl definitiv vom Stock hat. Etwas Larifari blieb das defensive Spiel der Emmentaler. Anders ist der erhaltene Shorthander zum 4:5, etwas nach Spielmitte, kaum zu erklären. Denn es war kein Sololauf, die Zuchwiler setzten sich zu viert im Drittel des EHC Brandis fest. Damit noch nicht genug: Wieder defensiv zu lasch, kassieren die Emmentaler den Ausgleich zum 5:5 und dies nur achtzig Sekunden nach dem Anschlusstreffer. Drei Minuten später – im Powerplay – bringt Markus Schütz Brandis wieder in Front. Er lenkte einen Schuss von Joel Scheidegger zum 5:6 ab. Neun Sekunden später – erneut sass ein Zuchwiler in der Kühlbox, bedient dieser Schütz, Sven Nägeli, der zum 5:7 traf. Im letzten Drittel dauerte es knapp acht Minuten bis zum nächsten Tor. Dieses erzielte Ex-Brandis Stürmer Yannick Kohler zum 6:7. Er konnte einfach durchmarschieren. Sechs Minuten vor der Schlusssirene markierte Janick Holzer für Brandis das 6:8. Eine definitive Entscheidung war es noch nicht. Denn Zuchwil steckte nicht auf und kam tatsächlich noch einmal zum 7:8 heran. Hinten war Brandis einmal mehr nicht konsequent genug. Die Solothurner hätten gar mit zwei Mann mehr die Möglichkeit gehabt, das Spiel zwei Minuten vor Schluss noch auszugleichen. Ein Emmentaler sass draussen in der Kühlbox, Goalie Sandro Zaugg hatte seinen Platz geräumt. Es reichte den Zuchwilern aber nicht mehr.

(pmu)

Telegramm: EHC Zuchwil – EHC Brandis 7:8 (2:4, 3:3, 2:1)
Sportzentrum Zuchwil, Zuchwil SO. – 117 Zuschauer – Schiedsrichter: Leimgruber; Lambert/ Moser
Torfolge: 11. Gurtner (Blaser) 0:1, 12. Kovac 1:1, 14. M.Gasser (R.Schütz) 1:2, 18. Blaser (Tschanz, Schaad) 1:3, 18. Buri (Holzer, R.Schütz) 1:4, 19. Tanner (Kohler) 2:4, 27. Born (Zigerli, Müller) 3:4 (PP), 29. Blaser (Gurtner) 3:5, 33. Ruch (Leuenberger) 4:5 (SH), 34. Born (Müller) 5:5, 37. M.Schütz (Scheidegger) 5:6 (PP), 38. Nägeli (M.Schütz) 5:7 (PP), 48. Kohler (Vodoz) 6:7, 54. Holzer (R.Schütz) 6:8, 57. Röthlisberger (Born) 7:8
Strafen: Zuchwil 8-mal 2 Min   ;    Brandis 6-mal 2 Minuten
Zuchwil: Zaugg; Reinhard, Leuenberger; Röthlisberger, Felder; Hojac, M.Minder; Tanner, Ruch, Kohler; Zigerli, Müller, Born; Vodoz, C.Minder, Kovac; Sahli, Scherrer, Beruwalage.
Brandis: L.Gasser; Scheidegger, M.Schütz; Seematter, M.Gasser; Schaad, Mosimann; Oberli, Tschanz; Nägeli, Lüthi, Steiner; R.Schütz, Holzer, Buri; Gurtner, Hain, Blaser; Liechti, Schlapbach.
Bemerkungen:
Zuchwil keine Angaben
Brandis ohne Messerli, P.Meyer, M.Meyer Witschi (alle verletzt), Ersatztorhüter Renato Mischler