Sion - Brandis 1:3

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HC Sion-Nendaz 4 Vallées – EHC Brandis 1:3 (1:0, 0:1, 0:2)  

Hart erkämpfter Sieg gegen Leader Sion

Von Päscu Müller

Der EHC Brandis hatte im ersten Drittel kaum eine Torchance, steigerte sich ab dem Mitteldrittel dann eklatant, trifft bei Spielmitte durch Thomas Liechti zum 1:1 und im letzten Abschnitt durch Marco Blaser und Renato Schütz zum hart umkämpften 3:1-Sieg gegen Leader Sion. Es war vor allem im defensiven Spiel die beste Saisonleistung der Emmentaler.

Der HC Sion fuhr dem EHC Brandis im ersten Drittel richtiggehend um die Ohren. Ein Leistungsabbau einerseits und eine markante Leistungssteigerung anderseits, hielt das Spiel im Schlussdrittel völlig offen, bis Marco Blaser mit dem 2:1 acht Minuten und Renato Schütz mit dem 3:1 rund zwei Minuten vor Schluss den Sack zu machten. Renato Schütz hatte für das Gebotene im ersten Drittel eine Erklärung: «Wir wussten, dass Sion viel Tempo machen will, nach unseren letzten Spielen, war das von uns etwas ein Abtasten. Wir haben uns auch etwas einschnüren lassen», meinte er zum ersten Drittel. Brandis hat nach den ersten zwanzig Minuten – mit 0:1 Rückstand – zunehmend gespürt, dass gegen den Leader etwas drin liegt. Umso mehr als Thomas Liechti bei Spielmitte der 1:1 Ausgleich gelang. «Jeder ist plötzlich für jeden gegangen und wir haben möglichst einfaches Eishockey gespielt», analysierte Renato Schütz die beiden letzten Drittel. In der Tat hat Brandis wieder schnörkelloses Spiel ausgepackt, gespickt mit viel Kampfkraft. Als defensive Arbeit war dies die beste Saisonleistung der Emmentaler. Der EHC Brandis findet ausgerechnet gegen den Leader aus Sion mit einfachem und schnörkellosem Spiel wieder auf die Siegesstrasse.

Zu Beginn wirbliges Sion
Nach fünf Sekunden tauchen bereits zwei Walliser gefährlich vor Lukas Gasser auf, der sich aber sehr präsent zeigte und die Chance zunichtemachte. Überhaupt ging in Sion ab der ersten Sekunde die Post ab. Dies manifestierte sich auch in der ersten Strafe gegen Brandis nach zwei Minuten. Die anschliessende Box der Emmentaler aber stand sehr kompakt. Der Druck – bei fünf gegen fünf – von Sion blieb sehr hoch. Brandis kam kaum zu einem Angriff. Nach knapp sieben Minuten fahren Patric Buri und Renato Schütz einen Konter, den sie leider nicht abschliessen konnten. Es war bis anhin die einzige offensive Aktion. Anschliessend drückte wieder ein Emmentaler die Strafbank. Es brauchte einen Big-Save von Gasser, um nicht in Rückstand zu geraten. Schon enorm, was die Walliser da an offensivem Power aufs Eis legten. Die Partie fand beinahe ausschliesslich in der defensiven Zone des EHC Brandis statt. Angriff um Angriff rauschte den Emmentalern um die Ohren. Erst nach zwölf Minuten, sah man die Emmentaler einmal für mehr, als einen Konter im Drittel der Walliser. Fünf Minuten vor der ersten Sirene, erzielte der HC Sion den ersten Treffer durch Bonvin. Er hatte sich längst abgezeichnet. Zwei Minuten später etwas Luft für Brandis in der Defensive, das erste Powerplay war fällig. Mit diesem Ein-Tore-Rückstand waren die Emmentaler noch gut bedient.

Alles offen im letzten Drittel
Nicht mehr arg so krass, war der Wirbel von Sion zu Beginn des Mitteldrittels. Da durfte sich auch Brandis mal offensiv zeigen. Brandis wurde vermehrt kecker, kam in den ersten Minuten zu mehr Abschlüssen, als im ganzen ersten Drittel zusammen. Nach sieben Minuten scheiterte Sions Sammali mit einem Penalty an Lukas Gasser, der damit die Partie weiter offen hielt. Auf der anderen Seite verpasste aus dem Spiel Florian Lüthi den Ausgleich. Dieser gelingt dann bei Spielmitte Thomas Liechti nach Zuspiel von Roman Messerli. Für Liechti war es der erste Treffer der Saison. Dieser Ausgleich war für Brandis die Initialzündung in diesem Spiel. Denn im nächsten Powerplay, war dann Brandis an diesem Abend zum ersten Mal zwingend, ohne aber die Führung erzielen zu können. Es war plötzlich ein beinahe komplett anderes Spiel. Brandis ackerte und rackerte was das Zeugs hielt. Jeder kämpfte für den Anderen.
Gleich zu Beginn des letzten Drittels wieder eine kleine Druckphase der Walliser, dann entwischte aber Marco Blaser und markierte die Emmentaler 2:1-Führung eiskalt. Sion versuchte natürlich den Druck wieder zu erhöhen, Brandis aber hielt mit konsequenter und schnörkelloser Spielweise dagegen. Was nicht geblockt wurde, wurde eine Beute von Lukas Gasser. So auch elf Minuten vor Schluss, als er sein Bein arg lang ausfahren musste, um das Tor zu verhindern. Unübersichtlich dann die Situation genau zehn Minuten vor Schluss. Fakt: Florian Lüthi musste in die Kühlbox. Brandis überstand diese einfache Unterzahl, wiederum mit unbändigem Willen und Kampfkraft. Fünf Minuten vor dem Ende, Brandis bei vier gegen drei, erst eine erstklassige Chance für Sion, dann für die Emmentaler und dies innerhalb weniger Sekunden. Die definitive Entscheidung fiel kurz darauf dann doch noch. Es war Renato Schütz, der alleine auf Rytz losziehen konnte und zum 3:1 traf. Eine nach dem ersten Drittel eklatante Leistungssteigerung, ermöglichte dem EHC Brandis im Wallis einen hart erkämpften 3:1 Sieg.  

(pmu)

Telegramm: HC Sion-Nendaz – EHC Brandis 1:3 (1:0, 0:1, 0:2)
Patinoire de l'ancien Stand, Sion VS. – 215 Zuschauer – Schiedsrichter: Truffer; Jean-Mairet/ Locorotondo
Torfolge: 15. Bonvin (Antisin, A.Currit) 1:0, 31. Liechti (Messerli) 1 :1, 42. Blaser (Hain, Gurtner) 1:2, 58. R.Schütz.
Strafen: Sion 7-mal 2 Minuten   ;    Brandis 6-mal 2 Minuten , 1-mal 10 Minuten (Lüthi)
Sion: Rytz; Vermeille, A.Currit; Pilet, Oudelet ; Chuard, Pelletier ; Vuilleumier, F.Currit ; Seydoux, Loeffel ; Merola ; Antisin, Wyssen, Bonvin ; Sammali, Girardin, Leonelli.
Brandis: L.Gasser; Scheidegger, Oberli; Seematter, Mosimann; Schaad, M.Gasser; M.Schütz, Tschanz; Nägeli, Lüthi, Steiner; R.Schütz, Holzer, Buri; Blaser, Hain, Gurtner; Messerli, Schlapbach, Liechti.
Bemerkungen:
Sion ohne El Assaoui (try-out Thurgau)
Brandis ohne P.Meyer, M.Meyer, Witschi (alle verletzt), Ersatztorhüter Melchior Lanz

 Interview Renato Schütz, Torschütze zum 3:1