Chur - Brandis 4:2

Lüthi Nägeli 600

EHC Chur Capricorn – EHC Brandis 4:2 (1:0, 2:1, 1:1)   

Brandis stolpert in Chur über die eigenen Füsse

Von Päscu Müller

Der EHC Brandis konnte nicht an die tollen Leistungen, wie gegen Sion und Wiki anknüpfen und verliert in Chur. Mitentscheidend war ein Shorthander zum 3:0 für Chur und das 4:1 während einer fünfminütigen Unterzahl. Irgendwie wirkte das Spiel der Emmentaler etwas gar pomadig. Ein richtiges Aufbäumen gegen diese Niederlage, war auch kaum zu sehen.

Der EHC Chur hat diesen Sieg verdient, sie haben dafür wesentlich mehr getan, als die Emmentaler. Waren gegen Sion und Wiki eine Woche zuvor, noch schnörkelloses und gradliniges Spiel bei Brandis der Schlüssel zum Erfolg, fehlten genau diese Elemente am Samstag in Chur. Irgendwie wollte das mit der Umsetzung nicht wirklich klappen. Dementsprechend frustriert war auch Stürmer Florian Lüthi: «Wir bestrafen uns im ersten Drittel mit diesen Ausschlüssen selber, so kamen wir nie wirklich ins Spiel.» Nach dem ersten Drittel war diese Partie zwar noch nicht entscheiden, doch zu seinem Spiel fand der EHC Brandis trotzdem nicht. «Wir haben uns für das zweite Drittel so viel vorgenommen und spielen genau gleich schlecht weiter», meinte Lüthi. «Wir konnten das einfach nicht aufs Eis bringen», wirkte Florian Lüthi auch etwas ratlos. Knackpunkt und wegweisend in diese Niederlage, war bestimmt der Shorthander Churs zu Beginn des Mitteldrittels und der vierte Treffer der Bündner in Überzahl zu Beginn des Schlussdrittels. Alles was Brandis sich da vorgenommen hatte, wurde jäh zunichtegemacht. Durch diese Niederlage rückt die Tabelle noch näher zusammen, als sie eh schon beisammen ist. Zwischen dem EHC Brandis und dem neunten Platz, ist mit vier Punkten Differenz, nicht mehr viel Luft.

Churs Führung in Überzahl
Keine halbe Minute war gespielt, als Chur den ersten Konter fahren konnte. Etwas fahrlässig verloren die Emmentaler an der offensiven blauen Linie die Scheibe, etwas fahrlässig gingen auch die Bündner mit dieser Chance um. Es war wie ein Weckruf in diese Partie. Je eine gute Chance durch beide Topscorer, einerseits Alban Rexha und anderseits Joel Scheidegger, durfte notiert werden. Nach knapp fünf Minuten spielte Janick Holzer einen scharfen Pass in den Slot zu Patric Buri, der seinen Stock aber nicht mehr wunschgemäss an die Scheibe brachte. Bei der ersten Unterzahl der Emmentaler ging Chur nach nur zwölf Sekunden mit 1:0 in Führung. Scherrer lenkte einen Schuss Urechs unhaltbar ab. Bei Drittelsmitte sieht sich der EHC Brandis zweimal hintereinander mit einem Mann weniger auf dem Eis. Beide Strafen wurden diesmal ohne Gegentreffer überstanden. Fünf Minuten vor der ersten Pause, scheiterte Marco Blaser mit seinem Schuss an Churs Keeper Bearth. Kurz darauf verfehlte Remo Schlapbach nur knapp das Gehäuse. Keine Minute später ein satter Schuss Adrian Steiners, Bearth lässt abprallen, aber diesen Rebound brachte Sven Nägeli auch nicht im Tor unter. Danach war wieder der EHC Chur am Zug – zum vierten Mal in diesem Drittel mit einem Mann mehr agierend. Den Bündner aber gelang kein weiterer Treffer.

Kein Aufbäumen der Emmentaler
Dieser Treffer für Chur fiel dann nach zwei Minuten im zweiten Drittel. Nach einem Tohuwabohu war es schliesslich Ehinger, der den Puck zum 2:0 über die Linie drückte. Die Möglichkeit wieder ins Spiel zu finden, bot sich Brandis zwei Minuten später in ihrer ersten Überzahl. Es war aber Pozzorini mit einem Shorthander, der dieses Unterfangen für die Emmentaler jäh unterbrach. Es war der erste Knackpunkt in dieser Partie, ein zweiter sollte folgen. Selbst mit zwei Mann mehr – ein weiterer Churer musste in die Kühlbox – tat sich Brandis schwer. Zu sehr vertändelten sich die Emmentaler, zu unpräzise war das Ganze. Die gradlinige und schnörkellose Spielweise, wie noch eine Woche zuvor gegen Sion und Wiki, wurde arg vermisst. Erst Buri in der 34. Minute, brachte mit seinem Treffer zum 1:3 wieder etwas Licht in die Reihen der Emmentaler. Trotz Chancen – beispielsweise durch Roman Messerli, Sven Nägeli und Adrian Steiner – wurde es jedoch nicht noch heller. Im Gegenteil: In der fünfminütigen Unterzahl zu Beginn des Schlussdrittels, wurde es wieder dunkel, denn Lampert traf acht Sekunden vor Ablauf dieser Strafe zum 4:1. Es passte für Brandis zu diesem Spiel, dass man die Strafe eben nicht ganz überstand. Man hatte seitens der Emmentaler noch die eine oder andere Chance gehabt, mehr als Resultatkosmetik, wäre dies aber kaum gewesen. Beide Seiten beklagen in den Schlussminuten zudem je einen Schuss ans Torgehäuse. Das zweite Brandis-Tor durch Michael Gurtner eine Minute vor Schluss, kam eindeutig zu spät. Der Jubel darüber, war auch sehr verhalten.

(pmu)

Telegramm: EHC Chur – EHC Brandis 4:2 (1:0, 2:1, 1:1)
KEB Obere Au, Chur GR. – 598 Zuschauer – Schiedsrichter: Jung; Cantamessi / Wittwer
Torfolge: 6. Scherrer (Urech, Sieber) 1:0 (PP), 22. Ehinger (Rexha) 2:0, 25. Pozzorini 3:0 (SH), 34. Buri, (R.Schütz, Holzer) 1:3, 45. Lampert (Bigliel) 4:1 (PP), 59. Gurtner (Hain, Liechti) 4:2
Strafen: Chur 4-mal 2 Minuten   ;    Brandis 6-mal 2 Minuten   ,   1-mal 5 Minuten plus SD (Buri)
Chur: Bearth; Engler, Morandi; John, Urech; Schaub, Arpagaus; Stieger; Pozzorini, Rexha, Sieber; Pfennich, Horber, Infanger; Ehinger, Bigliel, Lampert; Scherrer, Bucher, Anderegg.
Brandis: L.Gasser; Scheidegger, Oberli; Seematter, Mosimann; Schaad, Liechti; M.Gasser, M.Schütz; Nägeli, Lüthi, Steiner; R.Schütz, Holzer, Buri; Gurtner, Hain, Blaser; Messerli, Schlapbach, P.Meyer.
Bemerkungen:
Chur ohne Fischer, Schwab (verletzt)
Brandis ohne M.Meyer, Witschi (verletzt), Tschanz (rekonvaleszent), Ersatztorhüter Melchior Lanz

Interview Florian Lüthi zur Niederlage in Chur