Bülach - Brandis 1:2

PBuri 600

EHC Bülach – EHC Brandis 1:2 (0:0, 1:1, 0:1)    

Brandis mit wichtigem Sieg in Bülach

Von Päscu Müller

Der EHC Brandis nimmt drei wichtige Punkte aus Bülach nach Hause. Obwohl lange spielbestimmend, machten sich die Emmentaler vor allem das Tore-Schiessen schwer. Der Game-Winner gelingt ausgerechnet im eher schwächelnden Powerplay. Unter dem Strich hat Brandis wesentlich mehr fürs Spiel gemacht, als die Bülacher.

Brandis wirkte lange spielbestimmend, war wesentlich aktiver in der Spielgestaltung. Mit dem Tore-Schiessen aber taten sich die Emmentaler sehr schwer. Trotz einem deutlichen Chancenplus fiel der Sieg mit 2:1 resultatmässig knapp aus. Für Brandis war dies einmal mehr ein sehr intensives Spiel. Dies sah auch Stürmer Patric Buri so: «Es war für uns ein intensives Spiel, welches auch auf die andere Seite hätte kippen können». Dass sich Brandis vor allem im Tore-Schiessen schwertat, bestätigt Buri: «Es gibt so Tage, wo die Scheibe nicht einfach reinpurzelt, dazu hat ihr Torhüter einiges herausgekratzt». Den Emmentalern gelingt der Game-Winner acht Minuten vor Schluss ausgerechnet im Powerplay, welches in dieser Saison eher als Manko zu betrachten ist. Die Quote von 14.6% liegt im Ligavergleich unter dem Durchschnitt (17.1%). Mit diesem wichtigen Sieg klettert der EHC Brandis wieder auf Rang drei. Der Abstand zu Rang neun beträgt aber nur sechs Punkte.

Brandis spielbestimmend, doch keine Tore
Brandis setzte sich bereits in der ersten Minute im offensiven Drittel fest. Patric Buri prüfte auch Bülach Keeper Zucchetti mit einem satten Schuss, der aber mit dem Beinschoner abgewehrt wurde. Den nächsten Abschluss brachte Adrian Steiner aufs Tor. Kurz darauf kombinieren sich Thomas Liechti und Michael Gurtner durch die Zürcher Abwehrreihe. Den Druck noch mehr erhöhen, konnte Brandis in der 8. Minute, denn Bülach stand mit einem Mann weniger auf dem Eis. Wie schon oft in dieser Saison, sah das Powerplay von Brandis gefällig aus, effizient aber war es nicht. Die Powerplay-Quote der laufenden Saison von knapp 15%, spricht da eine klare Sprache. Das ist zu mager. Brandis blieb in diesem ersten Drittel spielbestimmend, Bülach in der Offensive kaum existent.  Bis zur 14. Minuten, da tauchten die Zürcher erstmals gefährlich vor Lukas Gasser auf. Eine Minute später bereits zum zweiten Mal, da durfte Topscorer Remo Ottiger sogar nachstochern ohne wirklich gestört zu werden. Mit einem Mann mehr – Martin Gasser sass in der Kühlbox – witterte Bülach gar etwas Morgenluft. Das Powerplay der Zürcher verdient aber erst in den letzten zwanzig Sekunden den Namen Powerplay wirklich. Sekunden vor der Sirene hämmerte Lukas Mosimann noch ein Geschoss ab, doch auch dieses war zu ungenau.

Game-Winner im Powerplay
Gleich zu Beginn des Mitteldrittels klappte endlich auch das Tore-Schiessen. Patric Buris Abschluss wurde von Zucchetti noch pariert, beim Abpraller aber stand Janick Holzer goldrichtig im Slot und staubte zum 0:1 ab. Kurz danach kreierte wieder diese Linie Chancen, dabei streichelte Buris Schuss den Pfosten und auch Lukas Mosimanns Abschluss landet am Metall. Brandis blieb tonangebend. Erst exakt bei Spielmitte, durfte sich Bülach wieder einmal eine Chance notieren. Dreissig Sekunden später bereits die nächste. Auf der anderen Seite sah Patrick Meyer seinen Schuss knapp am Gehäuse vorbeifliegen. Kurz darauf ebenfalls Manuel Schaad. Er wurde mustergültig von Holzer bedient. Vier Minuten vor Ende des Mitteldrittels, zeigte sich Lukas Gasser hellwach. Er unterband einen zwei gegen eins Konter mit stoischer Ruhe. Fünfzig Sekunden vor der Pause, war Gasser dann machtlos. Brandis zu wenig konsequent in eigentlich jedem Bereich, liess Bülach gewähren und muss den 1:1-Ausgleich hinnehmen. Dies wäre jetzt wirklich nicht nötig gewesen.
Nach zwei Minuten im Schlussdrittel, hatte Brandis die Möglichkeit an ihrer Powerplay-Quote zu feilen. Gefeilt wurde, aber schwach. Einen einzigen Abschluss brachten die Emmentaler aufs Tor. Russenzauber dann ein paar Minuten später. Wie diese Chance aber vergeben wurde, grenzt schon fast an Fahrlässigkeit. Acht Minuten vor der Schlusssirene wurde endlich eine Scheibe im Netz versteckt, zudem war es endlich wieder einmal ein Tor im Powerplay. Florian Lüthi durfte sich als Torschütze zum 2:1 für Brandis feiern lassen. Selbstredend, dass die Zürcher jetzt mehr riskieren mussten. Mit der Umsetzung dazu, haperte es. Oder anders formuliert: Brandis hatte das Spiel weitgehend im Griff. Bis zwanzig Sekunden vor Schluss, da brannte es gehörig vor dem Emmentaler Tor. Am knappen Sieg des EHC Brandis änderte sich glücklicherweise nichts mehr.

(pmu)

Telegramm: EHC Bülach – EHC Brandis 1:2 (0:0, 1:1, 0:1)
Sportzentrum Hirselen, Bülach ZH. – 235 Zuschauer – Schiedsrichter: Hungerbühler; Nater/ Remund
Torfolge: 22.Holzer (Buri) 0:1, 40. Walder (Halberstadt) 1:1, 52. Lüthi (P.Meyer, Scheidegger) 1:2 (PP).
Strafen: Bülach 3-mal 2 Min   ;    Brandis 4-mal 2 Minuten
Bülach: Zucchetti; Pozzorini, Büsser; Pfister, Ronner; Waller, Thomet; Bucher; Lemm, Däscher, Ganz; Giacobbe, Boner, Schaufelberger; Basarte, Ottiger, Andersen; Halberstadt, Tonndorf, Walder.
Brandis: L.Gasser; Scheidegger, Oberli; Seematter, Mosimann; Schaad, Liechti; M.Schütz, M.Gasser; Nägeli, Lüthi, Steiner; R.Schütz, Holzer, Buri; Gurtner, Hain, Blaser; Messerli, Schlapbach, P.Meyer.
Bemerkungen:
Bülach ohne Hauser (verletzt)
Brandis ohne M.Meyer, Witschi (verletzt), Tschanz (rekonvaleszent)

Interview mit Patric Buri zum 2:1-Sieg in Bülach