Thun - Brandis 2:7

Schlapbach Action 600

EHC Thun – EHC Brandis 2:7 (2:1, 0:3, 0:3)   

Wichtiger Brandis-Sieg in Thun

Von Päscu Müller

Lag der EHC Brandis nach zwanzig Minuten in Thun noch in Rückstand, führten die Emmentaler mit drei Toren im Mitteldrittel die Entscheidung herbei. Grundstein zu diesem wichtigen Sieg waren unter anderem eine hohe Powerplay-Quote inklusive verwertetem Penalty. Mit diesem Erfolg setzt sich Brandis in der oberen Tabelle fest.  

Es war über weite Strecken ein kontrolliertes Spiel, welches der EHC Brandis in Thun ablieferte. Lagen die Emmentaler nach zwanzig Minuten noch mit einem Tor in Rückstand, drehten sie die Partie im Mitteldrittel binnen neun Minuten in einen zwei Tore-Vorsprung. Viel besprechen mussten die Trainer in der Pause offenbar nicht, wie Remo Schlapbach erklärt: «Wir haben unser Spiel nicht durchgezogen und blöde Fehler gemacht. Die Trainer mussten nicht viel sagen, wir haben selber gemerkt, dass das so nicht geht». Die Umsetzung des Vorgenommenen klappte im Mitteldrittel wesentlich besser. Entscheidend heute, war sicherlich auch das Powerplay, aber nicht nur, wie Remo Schlapbach erklärt: «Wir haben die Powerplays effizient genutzt, aber heute auch super Boxplay gespielt». Es waren aber nicht nur die Special-Games, die heute die Differenz ausmachten. Fielen das 0:1 und 2:2 im Powerplay, das 2:5 mittels Penalty, den Patric Buri souverän verwertete, erzielten die Emmentaler die restlichen vier Tore bei nummerischem Gleichstand.
Für den Ex-Thuner Schlapbach war dies noch ein besonderes Spiel: «Klar muss man sich Sprüche anhören, von dem her tut dieser Sieg sehr gut», meinte der Brandis-Stürmer grinsend. Dieser Sieg tut nicht nur gut, er ist auch sehr wichtig. Die Emmentaler vergrössern damit den Punkteabstand zum Strich und setzen sich in der oberen Tabellenhälfte fest.

Knapper Rückstand nach Führung
Das Berner Derby startete ohne grosses Abtasten. Beide Teams verzeichneten in der ersten Minute je einen Abschluss. Diese erste Minute war noch nicht abgelaufen, als sich Brandis bereits in Unterzahl sah. Das Boxplay überstanden die Emmentaler problemlos, Thun verzeichnete nicht einen Abschluss. Die beste Chance hatte Brandis dann nach knapp sieben Minuten. Joel Scheidegger passte von rechts in den Slot auf Florian Lüthi, der knapp verzog. Überhaupt waren es jetzt eher die Emmentaler, die offensiv versucht waren, etwas zu kreieren. Beispielsweise Adrian Steiner, der seinen Schuss von Thuns Keeper Küenzi geblockt sah, den Rebound verpasste Roman Messerli. Mit dem erfolgreichen Abschluss, klappte dies aber dann im ersten Powerplay der Emmentaler. Renato Schütz stand beim Schuss von Matthias Seematter goldrichtig im Slot und verwertete den Abpraller zum 0:1. Kaum war die Führung vollbracht, spielte Brandis zum zweiten Mal in Unterzahl. In der Schlussphase rettete Lukas Gasser, nach einem Schuss von Thuns Fabian Boss, souverän. Der Ausgleich für Thun fiel in diesem Drittel dennoch. Erst verpasste Philipp Weber, die Scheibe aber blieb heiss und wurde schliesslich von Joel Reymondin zum 1:1 versenkt. Die vierminütige Schlussphase durfte Thun sogar noch mit einem Mann mehr bestreiten. Dies nutzten die Oberländer gnadenlos aus und markieren durch Nicolas Bigler die 2:1 Führung.

Wende im Mitteldrittel
Es war – nach diesem Rückstand – wieder ein Spiel auf schmalem Grat. Die Chance, resultatmässig zurück ins Spiel zu finden, bot sich den Emmentalern nach fünf Minuten im Mitteldrittel in Überzahl. Brandis lässt sich auch in diesem Powerplay nicht lumpen und gleicht die Partie durch Patric Buri wieder aus. War das Powerplay zu Beginn der Saison noch eher verbesserungswürdig, steigert sich die Quote von Spiel zu Spiel. Bei zwei Thuner Strafen erzielen die Emmentaler zwei Tore, eine Traumquote von hundert Prozent. Diese Quote sollte zwar in diesem Spiel noch sinken, bleibt aber mit 42% überdurchschnittlich hoch.
Nach diesem Ausgleich, durfte Brandis gar während knapp einer Minute mit zwei Mann mehr auf dem Eis agieren. Diesmal klappte das mit den Toren nicht mehr, jedenfalls im Powerplay nicht. Kaum war Thun wieder komplett, zappelte die Scheibe dennoch im Netz. Es war Michael Gurtner, der herrlich zum 2:3 ins hohe Eck schlenzte. Das Spiel war definitiv lanciert, auch emotional. Die beste Antwort auf allfällige Gehässigkeiten, sind Tore. Genau diese Antwort hatte Brandis im Köcher. Denn Joel Scheidegger schiesst seine Farben mit 4:2 in Front.
Gleich zu Beginn des dritten Drittels, erneute Brandis Überzahl, die nicht zur Entscheidung genutzt werden konnte. Thuns Neff kassierte bei dieser Aktion 22 Strafminuten. Die Entscheidung fiel dann zehn Minuten vor Schluss mittels Penalty. Patric Buri – zuvor regelwidrig gelegt – liess sich diese Chance nicht nehmen und traf zum 2:5. Keine Minute später machte Adrian Steiner mit dem 2:6 den Deckel definitiv zu. Sven Nägelis 2:7 war eine erfreuliche Zugabe.

(pmu)

Telegramm: EHC Thun – EHC Brandis 2:7 (2:1, 0:3, 0:3)
KEB Grabengzt, Thun BE. – 392 Zuschauer – Schiedsrichter: Leimgruber; Wittwer / Zimmermann
Torfolge: 10. R.Schütz (Seematter, Buri) 0:1 (PP), 16. J.Reymondin (R.Lüthi) 1:1, 19. Bigler (Lüthi, Neff) 2:1 (PP), 27. Buri (Holzer) 2:2 (PP), 32. Gurtner (Hain, Scheidegger) 2:3, 36. Scheidegger (F.Lüthi, P.Meyer) 2:4, 50. Buri 2:5 (PS), 51. Steiner 2:6 (Schlapbach, Messerli), 55. Nägeli (Scheidegger, P.Meyer) 2:7  
Strafen: Thun 6-mal 2 Min , 2-mal 10 Minuten (Neff)   ;    Brandis 5-mal 2 Minuten
Thun: Küenzi; Kaufmann, Studerus; Bigler, S.Keller; M.Keller, Weber; Inniger, Kohler; Bärtschi, Rossel, Eicher; Neff, J.Reymondin, R.Lüthi; Lorenz, G.Reymondin, Boss; Gyger, Stettler, N.Steiner.
Brandis: L.Gasser; Scheidegger, Oberli; Seematter, Mosimann; Schaad, M.Schütz; Liechti; Nägeli, F.Lüthi, P.Meyer; R.Schütz, Holzer, Buri; Messerli, Schlapbach, A.Steiner; Gurtner, Hain, Blaser.
Bemerkungen:
Thun ohne Gugelmann
Brandis ohne Witschi, M.Meyer (beide verletzt), Tschanz, M.Gasser (rekonvaleszent)

Interview mit Remo Schlapbach zum 7:2-Sieg in Thun