Brandis - Neuchâtel 4:3

NägelvsUni 600

EHC Brandis – HC Université Neuchâtel 4:3 (1:1, 0:1, 3:1)

Das beste am Spiel sind die drei Punkte

Von Päscu Müller

Der EHC Brandis tat sich schwer gegen den HC Université Neuchâtel. Lagen die Emmentaler nach einem Shorthander dreizehn Minuten vor dem Ende noch zurück, gelang die Wende in den letzten acht Minuten. Zu gefallen wusste dieses Spiel eigentlich nie. Das Beste sind die drei Punkte.

Über weite Strecken tat sich der EHC Brandis gegen die Neuenburger schwer, sehr schwer sogar. Vieles passt nicht wirklich zusammen. Ein Beleg dafür sind sechs ausgelassen Überzahlsituationen. Nicht nur, dass da kaum Abschlüsse getätigt wurden, nein die Emmentaler kassierten gar einen Shorthander zum 2:3. Mit dem 3:3 Adrian Steiners acht Minuten vor der Sirene und dem Gamewinner eineinhalb Minuten vor Schluss durch Sven Nägeli, findet der EHC Brandis nach vier Pleiten dennoch wieder auf die Siegesstrasse. «Das beste an diesem Spiel, sind mit Abstand die drei Punkte», meinte auch Tageskapitän Sven Nägeli. Weshalb Brandis gegen das Schlusslicht so viel Mühe bekundete, konnte Nägeli nicht schlüssig beantworten. «Wenn wir das genau gewusst hätten, dann hätten wir das früher abgestellt». War das erste Drittel schon schwach, findet Sven Nägeli für den zweiten Abschnitt deutliche Worte: «Das zweite Drittel war fast noch schwächer als das erste, wir machen uns das Leben selber schwer». Das einzige was in diesem Spiel zählt, sind die drei Punkte. Schon in ein paar Tagen fragt kaum einer wie die ins Trockene gebracht werden konnten. Fakt ist, der EHC Brandis hat in einem schwach gespielten Spiel drei Punkte gewonnen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Was zählt, sind die drei Punkte, der Rest ist schlicht zum Vergessen.

Drei Chancen, sonst nichts
Gerade einmal dreizehn Sekunden waren gespielt, als sich der Neuenburger Chris Sarault auf der Strafbank wiederfand. Das Powerplay der Emmentaler aber war schwach. Nicht ein einziges Schüsschen wurde abgefeuert. Nach drei Minuten dann umgekehrte Vorzeichen, Remo Schlapbach musste raus. Was die Neuenburger da aufs Eis legten, war wesentlich besser, als zuvor noch der EHC Brandis. Es waren drei Abschlüsse, die nicht einfach abzuwehren waren, einer davon streifte gar das Gestänge. Kaum war die Phase vorbei, trifft Brandis mit dem wahrscheinlich ersten Abschluss in diesem Spiel. Patric Buri war für dieses 1:0 verantwortlich, er stocherte im Slot hartnäckig nach. Nach der 1:0-Führung sah man offensiv eigentlich nur noch die Emmentaler. Die beste Chance vergab Sandro Hain, von einem Verteidiger gestört, brachte er zu wenig Druck auf die Scheibe um den Keeper ernsthaft zu beunruhigen. Offensiv traten die Neuenburger erst wieder in Überzahl in Aktion. Diesmal war das Powerplay nicht mehr so zwingend wie noch das erste. Eine Sekunde vor Ablauf der Strafe– erneut sass Remo Schlapbach draussen – reüssierte der HC Université dennoch. Léo Wunderlin stellte das Resultat auf 1:1. Möglichkeit zur Korrektur, bot sich Brandis nach fünfzehn Minuten, von Neuem durfte in Überzahl agiert werden. Wer glaubte Brandis schaltet da jetzt einen Gang höher, sah sich getäuscht. Das Powerplay war erneut schwach. In der letzten Minute des Drittels, kombinierten sich noch Marco Meyer und Patric Buri durch die Abwehrreihen. Das war’s dann schon in einem schwachen ersten Drittel.

Wenn nichts passt, passt nichts
Coach Andreas Beutler stellte auf den mittleren Abschnitt sein Team um. Brenzlig wurde es aber vorerst vor Lukas Gasser. In Extremis wischte beispielsweise Matthias Seematter eine frei liegende Scheibe weg. Bei der dritten Überzahl seitens Brandis, dann endlich ein Powerplay, das den Namen auch verdient. Endlich wurden Abschlüsse kreiert. Mit dem Torerfolg in Überzahl haperte es aber immer noch. Trotz der Umstellungen in den Linien, viel besser wurde das Spiel nicht. Einzig mehr Abschlüsse konnten verzeichnet werden, die aber teilweise gar fahrlässig vergeben wurden. Acht Minuten vor der Sirene – bei Unterzahl Brandis – wurde die Partie nur noch von zwei Schiedsrichtern geleitet, da Head Rüegg nach einem Sturz verarztet werden musste. Kaum war Brandis komplett, flog der nächste Emmentaler auf die Strafbank. Und bei dieser Strafe gehen die Neuenburger in Führung. Yves Bader lenkte einen Schuss von Adam Rundqvist zum 1:2 ab.
Das Spiel blieb eine riesen Geknorze. Wenigstens erzielte der EHC Brandis dabei den 2:2 Ausgleich. Sven Nägeli würgte die Scheibe über die Linie. Nach dem Ausgleich bestand sogar die Möglichkeit zur Führung, denn Brandis spielte zum vierten Mal mit einem Mann mehr auf dem Eis. Es passte aber zu diesem Spiel, dass Brandis einen Treffer kassiert, statt einen vorzulegen. Billy Hunziker konnte nicht gestoppt werden und bringt die Neuenburger mit 3:2 in Front. Wenn nichts passt, passt nichts. Gepasst hat aber dann Adrian Steiners Abschluss acht Minuten vor dem Ende zum 3:3. Es ist die Hoffnung auf einen Sieg, die bleibt. Um so mehr, als Brandis zum sechsten Mal in Überzahl spielen durften. Eine Topchance zur Führung vergab dabei Patrick Meyer. Es hätte das 4:3 sein müssen. Was Patrick Meyer noch verwehrt wurde, machte eine Minute später Sven Nägeli besser, er macht nämlich alles richtig und versenkt die Scheibe zum 4:3 im Netz. Es war der Gamewinner in einem schwachen Spiel. Diesmal ist nicht die Art und Weise entscheidend, diesmal zählen einzig und allein die drei Punkte.

(pmu)
Foto: Marcel Bieri

Telegramm: EHC Brandis – HC Université Neuchâtel 4:3 (1:1, 0:1, 3:1)
Sportbetriebe Brünnli, Hasle, BE. – 168 Zuschauer – Schiedsrichter: Rüegg, Hollenstein/ Boner
Torfolge: 5. Buri (R.Schütz, Messerli) 1:0. 13. Wunderlin (Kohler/Ausschluss Schlapbach) 1:1. 35. Bader (Rundqvist/Auschluss Nägeli) 1:2. 45. Nägeli (Blaser) 2:2. 47. Hunziker (Sarault, Bader/Ausschluss Rundqvist!) 2:3. 52. Steiner(Lüthi) 3:3. 59. Nägeli (Scheidegger) 4:3.
Strafen: Brandis: 4x2. Neuchâtel 6x2
Brandis: L. Gasser; Scheidegger, M.Schütz; Seematter, M.Gasser; Schaad, Tschanz; Mosimann, Oberli; Nägeli, Lüthi, P.Meyer; Buri, R.Schütz, M.Meyer; Steiner, Hain, Liechti; Blaser, Schlapbach, Messerli.
Neuchâtel: Aeberhard; Kohler, Hunziker; Kolly, Cordey; Karvonen, Bongard; Girardin; Sarault, Marion, Shala; Bader, Tanner, Laspina; Christen, Wunderlin, Rundqvist.
Bemerkungen:
Brandis ohne Gurtner, Holzer (beide verletzt)
Neuchâtel keine Angabe
59:40 bis 60:00 Neuchâtel ohne Torhüter Aeberhard

Interview Sven Nägeli, Schütze des Gamewinners