Brandis - Basel 5:6 n.V

BlaservsBasel

EHC Brandis – EHC Basel 5:6 n.V. (1:5, 2:0, 2:0)

Brandis verliert gegen Basel in der Verlängerung

 Von Päscu Müller

Bereits nach zwanzig Minuten schien die Partie mit dem 1:5 Basels entschieden. Brandis aber kämpfte sich vorzüglich in das Spiel zurück. Die ganze Aufholjagd jedoch wurde nicht voll belohnt. In der Verlängerung zwar besser, musste sich die Emmentaler erneut der Effizienz Basels geschlagen geben.  

Brandis gegen Basel und das erste Drittel wird für die Emmentaler wohl keine Liebe mehr. Wie in den ersten drei Partien der Qualifikation entschied der erste Abschnitt, heute lagen da die Emmentaler mit 1:5 im Hintertreffen. Die Rheinstädter legten auch eine unglaubliche Effizienz an den Tag. Der EHC Brandis kämpfte sich zwar bravourös zurück, musste aber dennoch als Verlierer vom Eis. Ausschlaggebend war unter Anderem die Kaltblütigkeit Basels, eben auch in der Verlängerung. Den mitentscheidenden Rückstand zwischen der fünften und achten Minuten, hat sich Brandis mit einem erhaltenen Shorthander und zwei Gegentreffern in Unterzahl, selbst eingebrockt. «Wir haben da die kleinen Sachen offenbar nicht mehr richtiggemacht und Basel nutzte das eiskalt aus», meinte auch Doppeltorschütze Marco Blaser zu diesen fatalen Minuten. Dass sich die Emmentaler nach diesem grossen Rückstand aber wieder ins Spiel gekämpft haben, spricht für die Moral in diesem Team. «Ja klar, ein riesen Kompliment an die Mannschaft, das ist sicher nicht selbstverständlich», gibt Blaser die Blumen weiter. «Aber das darf gar nie soweit kommen», bleibt er auch kritisch. Ärgerlich ist diese Phase eben schon, in der sich die Emmentaler durch teils unglückliche Aktionen selber in die Bredouille bringen. Dies sollte in den verbleibenden drei Heimspielen gegen Dübendorf, Sion und Wiki-Münsingen tunlichst vermieden werden.

Wenn fast jeder Schuss sitzt
Mit viel Druck startete Brandis in diese Partie und durfte bereits in der ersten Minute mit einem Mann mehr spielen. Die erste Chance hatte in Überzahl Florian Lüthi. Er wischte Backhand Richtung Tor. Den ersten Schuss feuerte dann Matthias Seematter ab. Es war also durchaus ein vielversprechender Start. Mit dem ersten Tor klappte es kurz darauf dennoch und wie. Adrian Steiner löst den Angriff aus, schaut lange, passt zum rechts mitlaufenden Noel Tschanz. Tschanz bedient in der Mitte Marco Meyer und ohne zu fackeln drückt Meyer zum 1:0 ab. Die Freude darüber hatte nur kurz Bestand, denn Dimitri Malgin traf eine Minute später in Unterzahl zum Ausgleich. Es sollten fatale drei Minuten folgen. Aus der für Brandis übriggebliebenen Überzahl resultierte nichts Zählbares. Im Gegenteil, aus Überzahl wurde Unterzahl – Scheidegger musste für vier Minuten raus –  und Basel trifft zum zweiten Mal an diesem Abend. Mehr noch: Auch die Reststrafe Scheideggers nutzen die Basler gnadenlos zum 1:3 aus. Aus einem vielversprechenden Start wird kalte Ernüchterung. Nach diesen drei erhaltenen Toren in etwas mehr als drei Minuten, erlöste Coach Andreas Beutler seinen Torhüter. Für Lukas Gasser spielte fortan Sven Witschi. In der zweiten Hälfte des ersten Drittels versuchte Brandis den Anschlusstreffer zu erzielen, der sie wieder ins Spiel bringen würde. Basel jedoch verteidigte äusserst geschickt. Der nächste Treffer gelingt wieder den Rheinstädtern. Dimitri Malgin erhöhte mit seinem zweiten Treffer auf 1:4. Das Drittel war noch nicht zu Ende, da trifft Basel bereits zum fünften Mal. Wie bereits drei Spiele zuvor gegen Basel, schien dieser Partie bereits nach zwanzig Minuten vermeintlich entschieden. Sie war es aber nicht. Die Effizienz Basels in diesem Drittel ist bemerkenswert, beinahe jeder Schuss entpuppte sich als Treffer.

Aufholjagd wird nicht voll belohnt
Wieder vielsprechend war der Beginn ins Mitteldrittel. Marco Blaser schnappt sich im eigenen Drittel die Scheibe, kurvt übers ganze Eisfeld, sticht Richtung Basler Tor und markiert das 2:5, als gäbe es nichts Einfacheres. Nun ja offenbar ist das eben doch nicht so einfach, dieses Tore erzielen. Denn trotz Chancen scheiterte Brandis mal für mal. Erst fünf Minuten später, klappte das mit dem Tor wieder. In Überzahl schloss Patric Buri ein feines Zuspiel Sandro Hains zum 3:5 ab. Die Hoffnung war zurück. Offensiv spielten praktisch nur noch die Emmentaler. Mit der Effizienz Basels, wäre dieses Spiel längst ausgeglichen. War es aber nicht. Selbst in doppelter Überzahl wollte kein Treffer gelingen.  Als Dimitri Malgin zu Beginn des Schlussdrittels mit einer fünfminütigen Strafe plus Restausschluss bestraft wurde, brauchte Marco Blaser gerade einmal elf Sekunden um den 4:5 Anschlusstreffer zu erzielen. Die restlichen knapp fünf Minuten dieses Ausschlusses, rannte Brandis förmlich gegen eine rote Basler Wand. Spätestens jetzt war das Spiel ein Ritt auf einer Rasierklinge, den Patrick Meyer mit dem Ausgleich zum 5:5 noch verschärfte. Unglaublich wie das Spiel jetzt ablief. Brandis suchte mit Vehemenz die Entscheidung. Doch sie fiel selbst mit einem Mann mehr in der regulären Spielzeit nicht mehr. In der Verlängerung schlug sie dann wieder zu, die Effizienz der Basler. Sandro Brügger trifft zum Sieg für die Rheinstädter. Die Aufholjagd Brandis’ findet ein jähes Ende und wird nur mit einem Punkt entschädigt, den – zugegebenermassen – nach dem ersten Drittel wohl keiner mehr für möglich gehalten hätte.   

(pmu)

Telegramm: EHC Brandis – EHC Basel 5:6 n.V (1:5, 2:0, 2:0)
Sportbetriebe Brünnli, Hasle BE. – 218 Zuschauer – Schiedsrichter: Schober, Zimmermann / Wittwer

Torfolge: 5. M.Meyer (Tschanz, Steiner) 1:0. 6. Malgin (Maurer, Brügger/Ausschluss N.Gurtner!) 1:1. 8. Spreyermann (Vogt/Ausschluss Scheidegger) 1:2. 9. Tuffet (Malgin, Puntus/Ausschluss Scheidegger) 1:3. 17. Malgin (Brügger/Ausschluss Tschanz und Gfeller) 1:4. 18. Maurer (Jeyabalan, Spreyermann/Ausschluss Tschanz und Gfeller) 1:5. 23. Blaser 2:5. 27. Buri (Hain, Blaser/Ausschluss Isler) 3:5. 43. Blaser (Seematter, Buri/Ausschluss Malgin) 4:5. 51. P.Meyer (Scheidegger) 5:5. 64. Brügger 5:6.
Strafen: Brandis 6mal 2 Minuten. Basel 8mal 2 Minuten plus 1mal 5 Minuten (Malgin).
Brandis: L.Gasser (ab 9. Witschi); Scheidegger, Schaad; Seematter, M.Gasser; Mosimann, Tschanz; Oberli, M.Schütz; Nägeli, Lüthi, P.Meyer; Buri, Hain, M.Meyer; Steiner, R.Schütz, Blaser; Schlapbach, Liechti.
Basel: Guggisberg; Maurer, Guerra; Gusset, Ast; Hagen, N.Gurtner; Isler, Kohler; Gfeller, Vogt, Puntus; Malgin, Brügger, Tuffet; Jeyabalan, Cola, Spreyermann; Guantario, Giacinti, Tkachenko.
Bemerkungen:Brandis ohne M.Gurtner, Messerli, Holzer (alle verletzt)
Basel ohne Fluri

 Das Interview zum Spiel mit Marco Blaser gibt es auch hier