Brandis - Wiki 8:3

MSchützLGasser600

 EHC Brandis – EHC Wiki-Münsingen 8:3 (4:3, 2:0, 2:0)

Nach hohem Sieg gegen Wiki sichert sich Brandis in den Playoffs das Heimrecht   

Von Päscu Müller

Das letzte Spiel der Qualifikation war offensiv ein Spektakel. Alleine im ersten Drittel fielen sieben Tore zur 4:3-Führung für Brandis. Nach zwei Dritteln lagen die Emmentaler gar mit 6:3 in Front, um schliesslich mit 8:3 zu gewinnen. Der Sieg sichert Brandis in den Playoff-Viertelfinals das Heimrecht. Gegner wird Star Forward.  

Dieses offensive Spektakel vor allem in ersten Drittel dürften den Trainer weniger gefallen haben. Es war zum Abschluss dieser Qualifikation so etwas wie ein Spiel der offenen Tore. Ganz einfach war dieses Spiel für die Emmentaler doch nicht, wie Brandis Verteidiger Markus Schütz erklärt: «Als Verteidiger bist du da in einem Wechselbad, einfach ist das nicht so in ein Spiel zu kommen», meinte er zum Startdrittel. Im Mitteldrittel fielen zwar nicht mehr so viele Tore wie zuvor, dennoch wog das Spiel auf und ab. Aber spätestens mit dem 6:3 durch Sven Nägeli war die Partie entschieden. Der Sieg nur noch Formsache. Markus Schütz zeigte sich ab der Leistung Brandis’ glücklich: «Es war cool, mit nur drei Linien musste jeder für den anderen gehen. Das hat man gemerkt. Ich bin sehr zufrieden». Der Sieg der Emmentaler ist verdient. Sie haben dafür mehr gemacht, als die Aaretaler. Oder anders formuliert, weniger entscheidende Fehler gemacht. «Wir haben unser Ding gemacht und das macht Freude», sagte Schütz. Mit diesem Sieg sichert sich der EHC Brandis mit 53 Punkten Rang vier und geniesst im Playoff-Viertelfinal somit Heimrecht. Sie treffen dort auf Star Foward. Die Waadtländer weisen zwar gleich viele Punkte auf wie der EHC Thun. In den direkten Begegnungen siegten beide Teams je zweimal. Da die Waadtländer aber die um zwei Tore bessere Tordifferenz aufweisen, werden sie gegen den EHC Brandis antreten müssen. Der heutige Gegner Wiki dagegen spielt im kantonalen Derby gegen die Thuner. Die erste Partie der Playoffs, wird am 17. Februar ausgetragen.

Sieben Tore im ersten Drittel
Bereits nach einer Minute flog ein Wiki-Abschluss knapp am Gehäuse Sven Witschis vorbei. Eine Minute später wurde der Brandis-Keeper zur Abwehr mit der Fanghand gezwungen. Der erste vielversprechende Angriff seitens des EHC Brandis, wurde gleich mit dem 1:0 belohnt. Matthias Seematter fuhr in die offensive Zone, spielte den Pass in den Slot, wo Marco Meyer den Puck ins Tor beförderte. Auch der nächste Brandis-Angriff war wirblig und erfolgreich. Diesmal löste Patrick Meyer den Angriff aus, bediente Sven Nägeli, der zum im Slot stehenden Patric Buri passt. Buri kannte keine Gnade und traf zum 2:0. Diese 2:0-Führung aber hatte nicht lange Bestand. Nur dreissig Sekunden später markierte Joch für Wiki den Anschlusstreffer zum 2:1. Exakt zwei Minuten später, war die Partie wieder ausgeglichen, denn Wikis Bruni traf zum 2:2. Doch auch die Aaretaler durften sich über den Ausgleich nicht allzu lange freuen. Denn zwei weitere Zeigerumdrehungen später, lag die Scheibe wieder im Tor. Nach erneutem Pass Seematters, traf Michael Gurtner zum 3:2 für Brandis. In den ersten zehn Minuten durften also nicht weniger als fünf Tore beklatscht werden. Es fiel sogar noch ein weiterer Treffer, den die Schiedsrichter Brandis aber nicht zugestehen wollten. Naja, mir egal, dachte sich eine Minute später wohl Sven Nägeli und versenkte die nächste Scheibe zum 4:2 für die Emmentaler. Im Minutentakt folgte der nächste Treffer. Diesmal waren wieder die Aaretaler mit Till Allemann am Zug. Somit fielen im ersten Drittel sieben Tore. Wahrlich nicht alltäglich.  

Schliesslich deutliches Verdikt
Ebenfalls der Start ins Mitteldrittel war spektakulär. Erst kullerte eine Scheibe lange der Linie entlang vor Sven Witschis Kasten, diese wurde von Manuel Schaad weggewischt und entpuppte sich als Vorlage für Patric Buri, der sich diese Chance zum 5:3 nicht nehmen liess. Kurz vor Spielmitte begann eine sehr druckvolle Phase Wikis. Mit teilweise russischen Kombination spielten sie sich vor das Brandis Gehäuse, versiebten aber allesamt. Auch die Emmentaler hatten weitere Tormöglichkeiten, beispielsweise tanzte einmal Sandro Hain durch den Slot oder streichelte Adrian Steiners Schuss die Latte. Das mit dem durch den Slot tanzen, hatte Sven Nägeli auch drauf. Und wie. Sein Abschluss dazu passte haargenau zum 6:3 ins rechte hohe Eck. Gespielt waren da siebenunddreissig Minuten. Sandro Hain erzielte seinen Treffer auch noch. Diesmal tanzte er nicht durch den Slot, sondern lenkte zum 7:3 ab. Damit war diese Partie definitiv gegessen. Brandis kontrollierte das Spielgeschehen weitgehend. Dennoch stellte Brandis das Tore-Schiessen nicht ein. Der Schlenzer Adrian Steiners zum 8:3 war sehenswert und setze dem ganzen Geschehen ein Sahnehäubchen oben drauf. Mit diesem Sieg sichert sich Brandis in den Playoff-Viertelfinals das Heimrecht und spielt da gegen Star Foward. Gegen Wiki spielen die Emmentaler bereits am nächsten Samstag wieder. Da geht es um den Einzug in die Hauptrunde des Cups 2019 und einen womöglich attraktiven Gegner aus der Swiss League oder National League.

(pmu)

Telegramm: EHC Brandis – EHC Wiki-Münsingen 8:3 (4:3, 2:0, 2:0)
Sportbetriebe Brünnli, Hasle BE. – 251 Zuschauer – Schiedsrichter: Gäumann, Baumgartner / Wittwer

Torfolge: 4. M.Meyer (Seematter, Hain) 1:0. 6.(5:03) Buri (Nägeli, P.Meyer) 2:0. 6.(5:31) Joch (Loretan) 1:2. 8. Bruni (Reber) 2:2. 10. Gurtner (Seematter) 3:2. 15. Nägeli (M.Schütz, P.Meyer) 4:2. 16. Allemann (Lüdi) 4:3.  23. Buri (Schaad) 5:3. 37. Nägeli 6:3. 44. Hain (Gurtner) 7:3. 51. Steiner (Schlapbach, M.Meyer) 8:3.  
Strafen: Brandis 4x2 Minuten. Wiki 7x2
Brandis: Witschi; M.Schütz, M.Gasser; Seematter, Oberli; Mosimann, Schaad; Liechti; Nägeli, Buri, P.Meyer; Gurtner, Hain, M.Meyer; Steiner, Schlapbach, Blaser.

Wiki-Münsingen: Vock; Dällenbach, L.Steiner; M.Marolf, N.Kormann; Bruni, Gerber; Pianta, Dietrich;C.Kormann, Wenger, Baltisberger; Studer, Baumgartner, P.Marolf; Allemann, Lüdi, Reber; Joch, Loretan, Waber.
Bemerkungen:
Brandis ohne Holzer, Messerli, R. Schütz, Tschanz, Lüthi (alle verletzt), Scheidegger (bei HCT)

Wiki komplett

Interview Markus Schütz