PO HF3: Sion - Brandis 1:4

PMeyer Schrei

HC Sion-Nendaz 4 Vallées – EHC Brandis 1:4 (0:1, 1:1, 0:2)

Nach drittem Sieg gegen Sion in Folge, steht Brandis im Final!  

Von Päscu Müller

Lag der EHC Brandis zweimal durch Tore Adrian Steiners in Führung, sicherte knapp fünf Minuten vor Schluss Patrick Meyer mit dem 3:1 den Emmentalern den Sieg. Ein erneut bärenstarker Sven Witschi hielt zudem sein Team immer im Spiel. Beim vierten Tor Brandis’ wurde ihm sogar ein Assist gutgeschrieben. Der EHC Brandis darf nun im Final gegen Wiki oder Dübendorf um den Titel spielen.

Der EHC Brandis spielte im ersten Abschnitt ruhig, abgeklärt und organisiert. Mehr noch: Sie erzielen da gar den ersten Treffer des Spiels durch Adrian Steiner. Im Mitteldrittel legten beide Teams an Tempo und Intensität zu. Die Partie war hochklassig und bot Chancen auf beiden Seiten. Die besseren Chancen hatten dabei eher die Emmentaler. Doch mit einem Mann mehr gleicht Sion die Partie knapp nach Spielmitte wieder aus. Doch Adrian Steiner – in Unterzahl – brachte Brandis abermals in Führung. Im Schlussdrittel vergaben die Emmentaler etliche Hochkaräter das Spiel vorzeitig zu entscheiden. Knapp fünf Minuten vor dem Ende, gelang dann dieser Treffer für die Emmentaler dennoch. Es war Patrick Meyer, der einen satten Schuss zum 1:3 im Gehäuse Sions versenkte. Mit dem 1:4 ins leere Tore untermauerte Michael Gurtner die Leistung des EHC Brandis. Sven Witschi durfte sich dabei einen Assist gutschreiben lassen. Dass der EHC Brandis den Titelverteidiger und Qualifikations-Sieger Sion in nur drei Spielen eliminierte, kann nicht genug gewürdigt werden. Das Team hat gegen einen starken Gegner hervorragendes Eishockey gespielt. Der Finalgegner ist noch offen, sie dürften sich aber ab der Leistung der Emmentaler ihre Gedanken machen. Und das zu Recht.    

Abgeklärt und ruhiges Brandis im ersten Abschnitt
Ab der ersten Minute, sahen die 325 Zuschauer, dass da ein anderes Sion am Werk war, als noch die zwei Spiele zuvor. Die Walliser waren versucht, das Spiel in die Hand zu nehmen. Doch Brandis mit viel Ruhe, versuchte das Spiel zu ordnen. In den ersten vier Minuten jedenfalls, war keiner der beiden Goalies wirklich gefordert. Den ersten gefährlichen Angriff lancierte Brandis nach etwas mehr als fünf Minuten, der harte Schuss von Markus Schütz blieb aber an einem Sion Bein hängen und auch den Rebound erwischte Patrick Meyer nicht. Auf der Gegenseite verpasste Antisin knapp das Gehäuse. Nach acht Minuten sah sich Brandis erstmals in Unterzahl und die beste Chance hatte dabei Michael Gurtner. Er wurde aber regelwidrig gestört, so dass ein Walliser ebenfalls die Strafbank aufsuchen musste. Dies rächte sich gnadenlos, denn Adrian Steiner schnappte sich bei vier gegen vier Feldspieler im offensiven Drittel die Scheibe und versenkte eiskalt zum 0:1. Ab diesem Treffer, folgte eine richtig starke Phase der Emmentaler. Sie kontrollierten weitgehend das Spiel und kreierten sich Abschlüsse. Diese Spielweise weckte die kleine Fangemeinde des EHC Brandis. Vier Minuten vor der Sirene hatte Patrick Meyer eine erstklassige Chance auf dem Stock, den Puck brachte er aber nicht an Sions Rytz vorbei. Zwei Zeigerumdrehungen später, dann die erste wirkliche Aufregung vor Sven Witschi. Er blieb stoisch ruhig und entschärfte die Situation vor seinem Kasten. Wie abgeklärt und ruhig dieser erste Abschnitt bewältigt wurde, ist beeindruckend.  

Die Partie schlicht hochstehend und rasant
Die ersten Chancen des Mitteldrittels, erschuf sich Sion. Brandis’ Witschi hatte da mehr zu tun, als im ersten Abschnitt. Ab Minute dreiundzwanzig, wurde das Spiel hochstehend und rasant. Seitens der Emmentaler verzog dabei Patric Buri nur knapp neben das Gehäuse. Weniger später sah Janick Holzer seinen Schuss geblockt. Auf der anderen Seite sah Vincent Guex seinen Abschluss von Sven Witschi abgelenkt. Was für ein Tempo. Was für ein Spiel. Kurz vor Spielmitte, die nächsten zwei Hochkaräter, die Brandis nicht im Tor unterbringen vermochte. Erst wieder Patrick Meyer, dann Sandro Hain. Was den Emmentaler nicht gelingen wollte, schaffte Sion mit einem Mann mehr. Denn Pelletier mit seinem 1:1 glich die Partie im Powerplay aus. Beim nächsten Powerplay des HC Sions war die Reihe wieder an Adrian Steiner. Wie er sich im Konter gegen drei Walliser durchsetzte und zum 1:2 einschob, ist abgebrüht und hohe Schule. Knapp drei Minuten waren im Schlussdrittel gespielt, als Brandis in Überzahl agieren durfte. Sah das anfangs noch gut aus, kam Brandis im zweiten Teil des Powerplays, kaum dazu sich zu installieren. Danach blieben wohl etlichen Zuschauern das Herz stehen, was da Brandis an Hochkarätern versiebte, ist selten gesehen. Auf der anderen Seite parierte einmal mehr Sven Witschi, diesmal gegen Nick Marois. Und wie er kurz darauf den Abschluss Loeffels in seinem Fänger verschwinden liess, ist ebenfalls Klasse. Sion nahm Fahrt auf, musste Fahrt aufnehmen. Der EHC Brandis aber blockte alles ab. Vorzüglich, wie die defensive Arbeit verrichtet wurde. Und dann war die Zeit reif für Patrick Meyer. Er, der etliche Chancen zuvor ausliess, traf endlich zum 1:3 ins Netz. Auch da: Nie aufgegeben und daran geglaubt, dass ein Puck noch rein gehen muss. Mit dem 1:4 ins leere Tor durch Michael Gurtner war die Final-Teilnahme perfekt.

(pmu)

Telegramm: HC Sion-Nendaz – EHC Brandis 1:4 (0:1, 1:1, 0:2)
Patinoire de l'ancien Stand, Sion VS. – 325 Zuschauer – Schiedsrichter: Fausel, Schlegel / Wittwer
Torfolge: 11. Steiner (Ausschluss Hain/A.Currit) 0:1. 34. Pelletier (Guex, Loeffel/Ausschluss Schaad) 1:1. 38. Steiner (Ausschluss Schaad!) 1:2. 56. P.Meyer (Holzer, Blaser 1:3. 59. Gurtner (Mosimann, Witschi/Sion ohne Torhüter) 1:4. Strafen: Sion 2-mal 2 Minuten. Brandis 4-mal 2 Minuten
Sion: Rytz; Rytz; Pelletier, Oudelet; S.Wüthrich, Vermeille; F.Currit, J.Wüthrich; Seydoux, Loeffel, Guex; Marois, Girardin, A.Currit; Sammali, Merola, Bonvin; Curty,Antisin.
Brandis: Witschi; Mosimann, M.Schütz; Seematter, Oberli; Schaad, Liechti; Tschanz; Nägeli, Lüthi, Messerli;Hain, Buri, Gurtner; Blaser, Holzer, P.Meyer; Steiner, Schlapbach, M.Meyer
Bemerkungen: Sion ohne Pilet, Chuard, Wyssen, Leonelli
Brandis ohne R.Schütz, M.Gasser (rekonvaleszent)

Interview mit Doppeltorschütze Adrian Steiner