PO F2: Brandis - Dübendorf 3:4

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EHC Brandis – EHC Dübendorf 3:4 (0:1, 0:3, 3:0)          Serie 1:1

Es ist eine Niederlage, mehr nicht  

Von Päscu Müller

Brandis verliert die zweite Partie des Playoff-Finals, weil die Emmentaler weniger bereit waren zu laufen als ihr Gegner. Die Entscheidung fiel kurz vor der zweiten Sirene durch Joshua Theodoridis. Was noch am Samstag beim Sieg in Dübendorf für Brandis sprach, war heute gerade umkehrt. Massgeblichen Anteil am Zürcher-Sieg, hatte die Kaltschnäuzigkeit der Stürmer im Abschluss und ein starker Torhüter Trüb. Die Serie bleibt offen. Der Meister wird erst nach vier oder fünf Spielen gekürt. Für Brandis ist es eine Niederlage. Mehr nicht.    

Was Brandis am Samstag so stark machte – Kaltschnäuzigkeit, Laufbereitschaft und ein starker Torhüter – traf in Spiel zwei dieser Final-Serie auf den EHC Dübendorf zu. Als Doppel-Torschütze zeichnete sich Joshua Theodoridis aus. Nicht das Brandis keine Chancen gehabt hätten, dem war bei weitem nicht so. Einfach der Weg ins Tor wurde nicht gefunden. Zu dramatisieren ist diese Niederlage nicht. Denn beispielsweise im letzten Abschnitt spielte Brandis phasenweise stark und erzielen da einen Treffer durch Patric Buri, verpassen es aber gleichzeitig bei drei kleinen Strafen hintereinander näher an die Zürcher heranzukommen. Erst im nächsten Powerplay zwei Minuten vor Schluss traf endlich Matthias Seematter und zwölf Sekunden vor dem Ende Sven Nägeli zum 3:4. Es reicht eben nicht nur zwanzig Minuten Eishockey zu spielen, gegen einen Gegner wie Dübendorf sowieso nicht. «Die ersten fünfzig Minuten haben wir überhaupt nicht das gespielt was wir wollten», meinte auch Sven Nägeli. «Das war das Gegenteil, was wir noch am Samstag gespielt haben». Sven Nägeli blickt aber bereits voraus: «Die Serie wird eng bleiben, wir müssen die letzten zehn Minuten mitnehmen». Die Niederlage stellt kein Drama dar, vor allem nicht, weil die Emmentaler wissen, wie sie spielen müssen, ja was sie spielen können. Es besteht nach wie vor die Möglichkeit den Titel zu holen. Dazu braucht es aber die Spielweise vom letzten Samstag und den letzten zehn Minuten heute. Einfach ist ein Final nie. Sicher ist, dass nach dem Spiel am Freitag in Dübendorf, am Sonntag auf jeden Fall ein viertes Spiel ansteht. Dieses findet wiederrum in Huttwil statt.   

Leichtes Chancenplus und knappe Führung für die Zürcher
Im zweiten Spiel dieser Final-Serie, waren die ersten Minuten eher von vorsichtiger Spielweise geprägt. Der erste Schuss wurde nach etwas mehr als zwei Minuten verzeichnet und er sass. Bei angezeigter Strafe gegen Brandis traf Marco Suter zum 0:1 für Dübendorf. In der nächsten nennenswerten Phase, durfte Brandis mit einem Mann mehr agieren. Das Powerplay war rasch installiert, verzeichnete auch Schüsse, doch meistens neben das Tor. Nach rund acht Minuten, dann das erste richtige Gerangel im Slot. Sven Witschi behielt die Übersicht. Überhaupt war der Brandis-Keeper bis anhin mehr gefordert, als sein Antipode Remo Trüb. Eine Zeigerumdrehung später wurde erst Michael Gurtner am Abschluss erfolgreich gestört, ehe Patrick Meyer seinen Schuss vom Dübendorfer Goalie pariert sah. Dann scheiterte Sandro Hain mit einem Versuch Backhand äusserst knapp. Auf der anderen Seite zischte ein Schuss von Dübendorfs Steven Widmer knapp am Gehäuse vorbei. Vier Minuten vor der Pause dann die beste Chance der Emmentaler. Bereits der Schuss Markus Schütz’ wurde von Trüb in extremis pariert, der Nachschuss Janick Holzers ebenfalls. Es hätte der Ausgleich sein müssen. Über die gesamten ersten zwanzig Minuten, wiesen die Zürcher ein leichtes Chancenplus auf. Brandis war nicht schlechter, als noch am letzten Samstag, Dübendorf aber eine Einheit, als noch bei der Startpartie.  

Trotz Rückstand: Starkes Brandis Schlussdrittel
In einer offensiven starken Phase des EHC Brandis zu Beginn des Mitteldrittels, wurde plötzlich der Dübendorfer Lars Müller steil lanciert. Er zog alleine auf Sven Witschi los, dieser machte aber mit seinem Beinschoner den Abschluss zunichte. Auf der Gegenseite verpasste erst Janick Holzer, dann Roman Messerli nur haarscharf. Im darauffolgenden Gegenzug, machte es Thodoridis besser. Er traf nämlich für Dübendorf zum 0:2. Die Partie wurde hitziger, vor allem weil jetzt Brandis vehement den Anschlusstreffer suchten. Gelingen wollte er trotz etlichen Möglichkeiten vorerst nicht. Meistens scheitere Brandis an einem starken Remo Trüb. Selbst knallharte Schüsse, beispielsweise den von Patrick Meyer fünf Minuten vor der Sirene, blockte der Zürcher reflexartig ab. Im Gegenzug dann die Vorentscheidung. Anders als die Emmentaler, die eben ihre Chancen nicht nutzten, zeigte sich Dübendorf auch da äusserts kaltblütig, denn Fabian Schumann versteckte die Scheibe zum 0:3 ins Netz. Die kalte Dusche dann in der letzten Minute. Joshua Theodoridis trifft zum zweiten Mal an diesem Abend. Nach dem 0:2 ist er auch für das 0:4 verantwortlich. Auch da: Sehr kaltblütig.Ebenfalls eine Parallele zum Spiel vom Samstag – nur eben mit umgekehrten Vorzeichen – wechselten diesmal die Emmentaler ihren Torhüter aus. Für das dritte Drittel stand Lukas Gasser zwischen den Pfosten. Kaum war dieses Drittel angespielt, trifft endlich auch ein Emmentaler. Patric Buri versenkte trocken zum 1:4 ins Netz. Bei anschliessender Überzahl wäre gar die Chance zum zweiten Treffer möglich gewesen. Sagenhafte 1163 Zuschauer peitschen den EHC Brandis nach vorne. Trotzdem: Rein wollte die Hartgummi-Scheibe einfach nicht. Nächstes Powerplay kurz danach. Praktisch identisches Bild wie zuvor. Trotz starken Bemühungen kam Brandis einfach nicht durch. Erst bei der vierten Strafe gegen die Zürcher im Schlussdrittel, reüssierte Brandis. Es traf Verteidiger Matthias Seematter zum 2:4. In den letzten Sekunden drückte dann Sven Nägeli bei sechs Feldspielern den Puck noch zum 3:4 über die Linie. In den letzten zwölf und sehr hektischen Schlusssekunden gelang der Ausgleich nicht mehr. Die nächste Chance aber über die gesamte Distanz Eishockey zu spielen, bietet sich bereits am Freitag in Dübendorf.

 (pmu)

Telegramm: EHC Brandis – EHC Dübendorf 3:4 (0:1, 0:3, 3:0)
Campus Perspektiven, Huttwil BE. – 1163 Zuschauer – Schiedsrichter: Gäumann, Schlegel / Baumgartner
Torfolge: 3. Suter (Strafe gegen Brandis angezeigt) 0:1. 27. Theodoridis (Widmer, Frei) 0:2. 36. Schumann (Bührer, Roth) 0:3. 39. Theodoridis (Frei) 0:4. 41. Buri (Ausschluss Röthlisberger/Hain) 1:4. 58. Seematter (Blaser, Nägeli/Ausschluss Falett) 2:4. 60. Nägeli (P.Meyer) 3:4.
Strafen: Brandis 3mal 2 Minuten. Dübendorf 5mal 2 Minuten
Brandis: Witschi (ab 40. L.Gasser); Mosimann, M.Schütz; Seematter, Oberli; Schaad, Liechti; Tschanz, M.Gasser; Nägeli, Lüthi, Messerli; Hain, Buri, Gurtner; Blaser, Holzer, P.Meyer; R.Schütz, Schlapbach, M.Meyer.
Dübendorf: Trüb; Piai, Roth; Hebeisen, Breiter; Röthlisberger; Stettler; Alena; Widmer, Theodoridis, Frei; Bührer, Falett, Schumann; Beeler, Barts, Ustsimenka; Kreis, Suter, Müller.
Bemerkungen:Brandis ohne Steiner (Prüfungen)
58:15 bis 60:00 ohne Torhüter Gasser
Dübendorf ohne Seiler, Kutil

Interview mit Sven Nägeli, Torschütze zum 3:4