EHC Brandis – SC Unterseen 5:1

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Zwei Shorthandertore als Basis für den Sieg

Zwei Shorthandertore während der gleichen Strafe sieht am eigentlich äusserst selten. Dieses Kunststück gelang dem EHC Brandis gegen Unterseen womit er sich die Grundlage für den späteren 5:1-Sieg schaffte. Damit sind die Chancen der Emmentaler für eine Playofteilnahme weiterhin intakt.

Sowohl Brandis wie Unterseen durften mit dem bisherigen Verlauf der Meisterschaft keineswegs zufrieden sein. Während Unterseen die guten Resultate der Vorjahre bestätigen wollte, setzte sich Brandis die erstmalige direkte Plaoffqualifikation zum Ziel. Beide Teams verfehl-ten die gesteckten Ziele klar, und müssen nun versuchen über die Quali-Masterround doch noch in die Playoffs zu gelangen. Für Bri-sanz war also schon vor dem ersten Puckeinwurf gesorgt, zumal die Oberländer auch auswärts durch einen engagierten aber äusserst fairen Fanclub lautstark unterstützt werden, was bei gewissen Spielsi-tuationen sicher nicht zu unterschätzen ist.

Lange Zeit war die Partie zwischen Brandis und Untersehen recht ausgeglichen. Im Gegensatz zu den vorangehenden Spielen gegen Belp und Argovia stand dem EHC Brandis mit Unterseen ein wesent-lich stärkerer Gegner gegenüber. Obschon die Oberländer infolge Verletzung auf einige Stammspieler verzichten mussten und Headcoach Stefan Schneider gerade 14 Feldspieler zur Verfügung standen. machten sie den Emmentaler den Sieg keineswegs leicht. Die Gäste spielten nämlich defensiv äusserst diszipliniert und gestat-teten den anstürmenden Platzherren nur selten ein Durchkommen in eine gute Abschlussposition. Dreimal hatten die Emmentaler im Start-abschnitt die Möglichkeit in Überzahl zu spielen, doch die Oberländer hielten dem Ansturm stand zumal das Powerplay der Gastgeber noch immer einige Wünsche offen lässt.

Zwei Shorthandertore innert 47 Sekunden

So blieb die Partie bis zur 25. Minute völlig offen und die Frage war bloss wer wohl das erste Tor erzielt und wie sich das Spiel danach weiter entwickeln würde. Doch nun kam für die Oberländer eine fatale Minute die eigentlich für sie vielversprechend begann, denn Brandis-Verteidiger Michael Reinhard kassierte wegen Stockhalten eine Zweiminutenstrafe. Unterseen installierte sich zum Powerplay, liess die Scheibe zirkulieren doch dann ein Scheibenverlust und Keller konnte auf Zuspiel von Witschi ein erfolgreiches Solo zum 1:0 Short-hander hinlegen. Brandis weiterhin in Unterzahl, Unterseen bemüht den Lapsus gut zu machen, erneuter Scheibenverlust und 47 Sekun-den später machte es Witschi gleich selber und so konnte Michael Reinhard verfolgen wie seine Teamkollegen während seiner Abwe-senheit mit 2:0 in Führung gingen. Nun war der Faden bei den Ober-ländern gerissen während sich die Emmentaler fast in einen kleineren spielrausch steigerten. Mit einer feinen Einzelleistung tanzte vier Mi-nuten später auf engstem Raum vor dem gegnerischen Tor die Ver-teidigung aus und erhöhte auf 3:0 und kurz nach Halbzeit hiess es nach einem schnell vorgetragenen Angriff über Nägeli und Witschi durch Zurflüh bereits 4:0. Ein Zwischenresultat, das bis kurz nach der zweiten Pause Bestand hielt. "Schade, wir waren gut im Spiel, hatten unsere Möglichkeiten und dann haben wir uns mit schwachen fünf Minuten die mit den zwei Shorthandern begannen selber bestraft. Bis zu dieser fatalen Phase waren wir ebenbürtig doch danach vermoch-ten wir keine Akzente mehr zu setzen, das Momentum lag klar bei Brandis" stellte Unterseen-Coach Stefan Schneider nach der Partie enttäuscht fest. Brandis Captain Daniel Bieri sah es ähnlich: "Dank diesen zwei Shorthandertoren im Mitteldrittel konnten wir den Match auf unsere Seite ziehen denn vorher hätte das Spiel auf die eine oder andere Seite kippen können. So haben wir uns vorgenommen keine Strafen zu nehmen, was uns leider nicht ganz gelungen ist. Doch wir arbeiteten in der Box gut und schafften durch zwei starke Einzelaktio-nen die Grundlage für den späteren Erfolg".

Im Schlussabschnitt spielte Unterseen wieder etwas stärker nutzte in der 42. Minute einen gegnerischen Ausschluss und verkürzte durch Rohrbach auf 4:1. Brandis war nun selbstsicher auf, ging keine grösseren Risiken ein und stellte in der 55. Minute mit dem 5:1 durch Kel-ler die alte Tordifferenz wieder her.

Bevor es am kommenden Samstag zum Auswärtsspiel gegen ein starkes Thun kommt, spielt Brandis am nächsten Mittwoch (19:45 Uhr) zuhause gegen die Argovia Stars die Qualifikation für den Schweizer Cup.


Telegramm

EHC Brandis – SC Unterseen 5:1 (0:0, 4:0, 1:1)

Sporthalle Brünnli, Hasle b.B. – 285 Zuschauer – Schiedsrichter: Hu-ber; Wolf / Fausel

Torfolge: 25 (24:38). Keller (Dällenbach, Witschi / Shorthander Aus-schl. Reinhard) 1:0, 26. (25:25) Witschi (Shorthander / Ausschl. Rein-hard) 2:0, 30. Samuel Bieri (Oberli) 3:0, 32. Zurflüh (Witschi, Nägeli) 4:0, 42. Rohrbach (Niederhäuser, Baur / Ausschl. Keller) 4:1, 55. Kel-ler (Holzer, Samuel Bieri) 5:1

Strafen: Brandis 6-mal 2 Minuten, Unterseen 4-mal 2 Minuten

Brandis: Lukas Gasser; Oberli, Mosimann, Reinhard, Tschannen, Heinzmann, Daniel Bieri, Kobel, Nägeli, Keller, Holzer, Gasser, Sa-muel Bieri, Steiner, Knothe, Dällenbach, Zurflüh, Witschi, Joss, Stu-der.

Unterseen: Schweiger; Niederhäuser, Fuchser, Schneider, Baur, Spolidoro, Eisenring, Rohrbach, Müller, Wolf, Bracher, Wälti, Stucki, Dubach, Lengacher.