SCUI - EHCB 5:4

MeyerP1

SC Unterseen-Interlaken - EHC Brandis 5:4 (2:2, 1:1, 2:1)

Blamable Niederlage für schwächelndes Brandis
Dass man trotz schwächer einzustufendem Kader mit viel Engagement und Herzblut gegen einen favorisierten jedoch nonchalant, überheblich und ohne Spuren von Körpereinsatz angetretenen favorisierten Gegner bestehen kann, zeigte der SC Unterseen, der den EHC Brandis verdient mit 5:4 besiegte.

Schon beim Einlaufen zeigten sich die Emmentaler nicht von ihrer besten Seite. Während die Oberländer diese wichtige Vorbereitungsphase konzentriert in Angriff nahmen, sah es bei Brandis eher wie eine locker absolvierte Pflichtübung aus. Und so begann dann auch eine Partie, in der eigentlich zu keiner Zeit sichtbar war, dass es sich bei den Emmentalern um die im Vorfeld der Meisterschaft als Favorit gehandelte Mannschaft handelte. Zu uninspiriert kurvten sie auf dem Eis herum, zu viele Pässe landeten statt bei einem Mitspieler bei einem Gegner oder irgendwo im leeren Raum. Zu miserabel war das Defensivverhalten und zu schwach die Leistung vor dem gegnerischen Tor. Während der ganzen Partie, in der Brandis stets einem Rückstand nachrennen musste, hatte man zu keiner Sekunde das Gefühl, dass auf Seiten der Gäste ein ambitioniertes Team am Werk sei. Man wurde vielmehr an die unschönen Zeiten erinnert als der EHC Brandis am unteren Tabellenende herum gurkte.

Optimaler Start für Unterseen
81 Sekunden waren gespielt als Patrick Meyer wegen Behinderung des gegnerischen Torhüters auf die Strafbank verbannt wurde. Unterseens Rohrbach nutzte kurz vor Ablauf der Strafe die Gunst der Stunde und überlistete schlitzohrig den Brandis Keeper Lukas Gasser zum 1:0. Brandis gelang danach zwar durch Hain der 1:1-Ausgleich doch durch einen Konter nach einem Scheibenverlust von Brandis brachte Schneider die Platzherren erneut in Führung. Obschon das Heimteam nachzusetzen versuchte war es Brandis Verteidiger Malicek der zum 2:2-Ausgleich einschoss. Trotz dem erneutem Ausgleich war wohl Brandis Headcoach Andreas Beutler von der bisherigen Darbietung seines Teams absolut nicht angetan. Ein Timeout sollte dem Abhilfe verschaffen, doch die Wirkung war nicht von allzu Anger Dauer.
Effizienteres Unterseen – enttäuschendes Brandis
Dass mit angezogener Handbremse ein Eishockeyspiel nicht zu gewinnen ist, zeigte der weitere Spielverlauf überdeutlich. Der SC Unterseen spielte mit viel Engagement und nutzte die zahlreichen Gästefehler unbarmherzig aus doch auch bezüglich Überzahlspiel war er Brandis deutlich überlegen. Nachdem es Ende des Mitteldrittels 3:3 stand, brachte der ehemalige Brandisspieler Marc Nägeli bloss knappe zwei Minuten nach Wiederbeginn Unterseen wieder in Führung. Während sein Bewacher staunend zuschaute konnte er völlig unbedrängt mit einer Direktabnahme zum 4:3 einschiessen. Bemerkenswert sicher, dass Brandis jeweils zu Drittelsbeginn ein Tor kassierte, was nicht unbedingt für eine volle Konzentration nach der Erholungsphase spricht. Zwar gelang es Hain einen Schuss von Verteidiger Mosimann noch zum 4:4 in das gegnerische Gehäuse umzulenken, doch eine Überzahlsituation ermöglichte sechs Minuten vor Spielende Unterseen mit 5:4 in Führung zu gehen. Zweimal hatten die Platzherren Gelegenheit in Überzahl zu spielen und zweimal gelang ihnen ein Tor nur so viel zur Effizienz von Brandis. Die Oberländer waren an diesem Abend sicher nicht die technisch und läuferisch stärkere Mannschaft, sie waren aber mit grossem Einsatz und viel Engagement dabei was bei den Emmentalern nicht der Fall war. Aus dieser Sicht gesehen hat deshalb Unterseen diese Partie völlig verdient gewonnen. "Eine solch arrogante und überhebliche Darbietung wie man heute gesehen hat ist schlicht und einfach nicht akzeptierbar" so der masslos enttäuschte Brandis-CEO Heinz Krähenbühl nach dem missratenen Ausflug ins Berner Oberland.
Telegramm
SC Unterseen – EHC Brandis 5:4 (2:2, 1:1, 2:1)
Eissportzentrum Bödeli, Interlaken – 388 Zuschauer – Schiedsrichter: Weber; König / Probst
Torfolge:
4. Rohrbach (Ausschl. Meyer) 1:0, 7. Hain (Blaser, Gurtner) 1:1, 10. Schneider (Baur, Segessenmann) 2:1, 13. Malicek (Renato Schütz, Hain) 2:2, 22. Kohler (Baur, Lengacher) 3:2, 36. Blaser (Malicek, Markus Schütz / Ausschl. Lengacher) 3:3, 42. Nägeli (Baur, Schneider) 4:3, 51. Steiner (Mosimann, Hain) 4:4, 54. Wolf (Brügger, Bucher / Ausschl. Oberli) 5:4
Strafen:
Unterseen 4-mal 2 Minuten, Brandis 2-mal 2 Minuten
Unterseen:
Seiler; Segessenmann, Fuchser, Bieri, Brügger, Schneider, Meyes, Baur, Lüthi, Bucher, Eymann, Lengacher, Rohrbach, Müller, Kohler, Wolf, Bracher, Suter, Nägeli.
Brandis:
Lukas Gasser; Prinz, Oberli, Mosimann, Patrick Meyer, Malicek, Buri, Sägesser, Blaser, Steiner, Hain, Nägeli, Holzer, Marco Meyer, Renato Schütz, Seematter, Gurtner, Kohler, Witschi, Markus Schütz, Martin Gasser.
Bemerkungen:
12:41 Timeout EHC Brandis