Thun - Brandis 4. Spiel

 

Brandis1
EHC Thun - EHC Brandis 3:6 (1:2; 1:3; 1:1)
Der Favorit ist wieder Favorit
von Leroy Ryser
Der EHC Brandis gewinnt zum zweiten Mal in Folge im Playoff-Final gegen Thun und erzwingt damit ein Entscheidungsspiel in Hasle-Rüegsau. Für die Dienstag Abend stattfindende fünfte Partie spricht wieder alles für den Favoriten aus dem Emmental. 
Neun Sekunden – so lange hat es gedauert bis der EHC Brandis den ersten Angriff mit einem Schuss abschloss. Renato Schütz war es, der aus einer unübersichtlichen Situation sofort den Weg zum Tor suchte und den Keeper prüfte. Damit zeigten die Brandis-Akteure eindeutig ihren Willen, diese Partie für sich zu entscheiden. Dass innerhalb der ersten 24 Sekunden schon drei Linien auf dem Eis standen bewies ausserdem, dass Trainer Andreas Beutler sofort versuchte den Druck hoch zu halten. Die Folge daraus war eindeutig: Die vierte Partie dieses Playoff-Finals war unvergleichlich schnell und beidseitig entstanden schon früh Chancen. „Das war unser Plan. Wir zeigten einen grossen Willen und waren laufbereit“, sagte Janick Holzer nach der Partie. Mit Disziplin und Vertrauen zusammen resultierte eine starke Brandis-Leistung, die in der Partie deutliche Vorteile brachte. Vielfach waren die Thuner einen Schritt zu spät und mussten reagieren anstatt agieren. Trotzdem war es entgegen dem Spielverlauf aber der EHC Thun, der in der 12. Minute die Führung erzielen konnte. Manuel Neff nutzte ein zu passives Verhalten der Hasle-Rüegsauer Defensive gnadenlos aus und schob alleine vor Lukas Gasser zum 1:0 ein. 
Wende in Überzahl 
Obwohl die Thuner-Fans beinahe pausenlos skandierten, der EHC Brandis sei nervös, liessen sich diese nicht beirren und blieben ihrem temporeichen Spiel treu. In der 17. Minute war es schliesslich Sven Nägeli, der Übersicht bewies und mit einem genialen Querpass den Ausgleich von Patric Buri einleitete. Damit endete das erste Drittel aber noch nicht: Adrian Steiner dribbelte sich kurz vor der Pausensirene durch die gegnerische Abwehr, schloss ab und erzielte mit seinem Schlenzer die 2:1-Führung. Wichtig für diese Wende war unter anderem die Erfahrung der Brandis-Akteure, sagte Janick Holzer. „Wir wissen, wie man mit solchen Spielen umgehen muss.“ 
Ganz so rosig sah es nach dem Beginn des Mitteldrittels aber nicht mehr aus. Verteidiger Michael Reinhard rutschte in einem ungünstigen Moment aus und überliess dem Gegner den Puck. Thun stellte dann ihre gefährlichste Stärke unter Beweis und zeigte sich stark in der Chancenverwertung. Der 2:2-Ausgleich bot die Möglichkeit, die Partie ein weiteres Mal zu wenden. Brandis aber blieb weiterhin ruhig und verwertete die Chancen auf der gegnerischen Seite ebenso: Mit zwei Powerplaytoren durch die bärenstarke Sturmlinie rund um Janick Holzer, Patric Buri und Sven Nägeli holten sie aber nicht nur die Führung zurück, sondern leisteten die erste Vorentscheidung. Dass Michael Gurtner nach einem starken Zuspiel von Adrian Steiner auch noch zum 5:2 traf, besiegte jeglichen Zweifel gegen ein fünftes entscheidendes Spiel.  
Teamgeist ausschlaggebend 
Thun lehnte sich aber noch einmal auf und verkürzte zu Drittelsbeginn in Überzahl. Faktisch war es aber dennoch der EHC Brandis, welcher die Begegnung dank Schnelligkeit und technischer Stärke weiterhin im Griff hatte. Passend dazu
traf Alain Sägesser mit einem Ablenker beim Schuss von Markus Schütz zum verdienten 6:3-Führungstor. „Im ersten und im zweiten Spiel waren wir nicht schwächer“, bilanzierte Patric Buri nach der Partie. „Aber dank unserem Teamgeist hatten wir in den letzten zwei Spielen mehr Wille und auch Glück.“
 
Brandis hätte in der 52. Minute sogar noch das 7:3 erzielen können, das Tor von Marco Blaser wurde aber überraschenderweise aberkannt. So oder so hatte der EHCB den Sieg in dieser Deutlichkeit verdient, waren sie dem Gegner trotz starker Leistung überlegen. Auch deshalb ist für die Partie am Dienstag der EHC Brandis nach der 0:2-Rückkehr wiederum der Favorit, wie auch Verteidiger Markus Schütz bestätigt. Und dennoch: „Die Partie beginnt mit 0:0 für beide Teams. Wir dürfen nur nicht zu fest darüber nachdenken und noch schneller spielen, noch mehr beissen und noch mehr Schmerzen ertragen“, so der Assistgeber zum letzten Tor. Das Rezept für diese fünfte Partie sei derweil dieselbe wie jene vom vergangenen Sonntag, verrät Doppeltorschütze Buri. „Wir wissen jetzt wie es geht. So müssen wir spielen“, erklärte der Stürmer. Ganz wichtig sei für diese letzte Zentralgruppen-Partie aber die Defensive. Schliesslich werden bekanntlich dort die Meisterschaften entschieden. 
Matchtelegramm: 
KEB Grabengut. – Zuschauer: 1010. – SR: Weber, Bichsel/Lambert. 
Tore: 12. Neff 1:0. 17. Buri (Nägeli, Holzer) 1:1. 19. Steiner 1:2. 22. Neff (Reymondin, Studerus) 2:2. 28. Buri (Holzer, Seematter/Ausschluss Studerus) 2:3. 34. Holzer (Seematter, Nägeli/Ausschluss Steiner) 2:4. 40. Gurtner (Steiner, Hain) 2:5. 44. Reymondin (Kachramanow, Lüthi/Ausschluss Witschi) 3:5. 49. Sägesser (Markus Schütz/Ausschluss Reymondin) 3:6. 
Strafen: Thun: 7x2 Minuten; Brandis: 5x2 Minuten
Brandis: Gasser; Markus Schütz, Witschi; Seematter, Oberli; Prinz, Bösiger; Martin Gasser, Reinhard; Blaser, Sägesser, Renato Schütz; Nägeli, Holzer, Buri; Patrick Meyer, Bieri, Kohler; Gurtner, Hain, Steiner. 
Bemerkungen: Brandis ohne Malicek (gesperrt), Mosimann (verletzt) und Marco Meyer (überzählig).